Ein Marktleben

#1 von Benem ( Gast ) , 10.04.2009 22:15

Ich arbeite seit Anfang Januar 2008 zusammen mit meiner Freundin auf einem kleinen Markt in Bangkok, wir verkaufen hier Gung Ob Wunsen, was ein sehr sehr leckeres chinesisches Nudelgericht ist. Ich habe mich noch nicht entschieden ob ich hierbleiben werde, oder was ich als naechstes mit meinem Leben anfangen werde. In Thailand scheint es viele Moeglichkeiten zu geben und man kann noch klein Anfangen und mit viel Arbeit ein eigenes kleines Geschaeft haben, in dem ich mich keinem Boss oder Vorgesetzten unterordnen muss, denn in Deutschland sind die Arbeitsbedingungen hart.

Haette ich die Moeglichkeit meine Freundin nach Deutschland zu holen, wuerde ich dieses allerdings vorziehen, denn wir alle wissen wie die rechtliche Situation von uns "Farangs" in Thailand ist.

Ich lebe in einem kleinen Haus in Thonburi mit ihren Eltern, dem Bruder, dessen Frau, ihren 2 Kindern, der Cousine und dem laotischen "Maedchen". Die Familie ist chinesisch, erst ihr Bruder hat eine Thailaenderin geheiratet, die Familie ihres Vaters kommt von der Insel Hainan und ihre Mutter aus Guangdong.

Jeden Tag um halb vier faehrt uns "Po" mit seinem Pickup zum Markt, unser Stand ist nur klein, aber unser Profit ist gut, da wir inzwischen recht bekannt und auch beliebt sind.

Morgens geht meine Freundin Juicies, die Thaichinesin ist und handeln kann das sich die Balken biegen zum Markt um die Zuaten einzukaufen, wenn sie nach Hause kommt bereite ich alles vor, waehrend sie zum Laden ihrer Mutter faehrt und dort helfen muss, denn ihre Mutter kann nicht lesen und schreiben und ist mit fast 60 Jahren etwas ueberfordert in ihrem Laden.

Am Markt habe ich viele Menschen kennengelernt, Farangs, wie auch viele "normale" Thais, die normaler Arbeit nachgehen, hier gibt es viele anstaendige Menschen, aber auch Ratten. Unsere Strasse ist "Gelb" unser Markt dagegen "Rot" und ich habe mich als Auslaender entschieden mich von der Politik fernzuhalten.

Jeden Monat zahlen wir der Polizei Schmiergeld, wofuer wir sogar eine Quittung bekommen. Das Schmiergeld betraegt lediglich 300 Baht und ist, gemessen an unserem Einkommen laecherlich gering. Mit den ganz normalen Ungerechtigkeiten, die ein Thaileben mit sich bringt habe ich mich abgefunden, denn auch in Deutschland wird man als Servicekraft nicht gerade gut behandelt.

Tatsaechlich habe ich in Thailand das erste mal das Gefuehl ein richtiges Leben zu haben und mein eigenes Geld zu verdienen ohne einfach "Deutscher" zu sein und in einer fertigen Infrastruktur zu leben, auf die ich keinen Einfluss habe und in der ich nur mache was von mir erwartet wird.

In den letzten 4 Tagen war ein Sturm in Bangkok, nicht nur politisch, sondern vor allem Regen und viel Donner, waehrenddessen wir uns unter unserem Schirm verkrochen haben. Die Einnahmen waren Okay, Spass gemacht hat es trotzdem.

Benem

RE: Ein Marktleben

#2 von Benem ( Gast ) , 10.04.2009 22:16

Gestern waren dann die Red Shirts Demonstrationen, die mich recht unvorbereitet getroffen haben. Genau wie bei der PAD waren seit Wochen jeden Tag Fotos auf den ersten Seiten der Tageszeitungen, aber richtig registriert habe ich das nicht.

Angekommen auf dem Markt faellt mir aber erst einmal etwas anderes auf: Unser Platz hatte sich drastisch verkleinert! Die Familie neben uns hat ihren Platz vergroessert. Als erstes stellte ich dann unseren Tisch so, das ihnen der Ausgang versperrt war, was Juicies zu einem Laecheln und einem “Geng, geng, geng!” veranlasste.

Die Familie neben uns ist nicht ganz ohne, es gibt die Familienpatriarchin, die alt ist und wie eine Ratte zu ueberleben gelernt hat, ihre aelteste Tochter scheint etwas zurueckgeblieben zu sein, aber sie ist nett, die juengste Tochter hat verschlagene Augen und Juicies sagt sie sieht aus als waere sie jederzeit bereit loszufluchen. Der Sohn ist Tuktukfahrer und obwohl ich auch nette Tuktukfahrer kennengelernt habe taugen die bei uns am Markt ueberhaupt nichts und sie betruegen jeden, der ihre Dienste beansprucht. Die Frau das Fahrers verkauft manchmal fritierten Fisch, aber nur manchmal, denn ihr Mann ist sehr eifersuechtig und erlaubt es ihr nicht. Ihr Bruder verkauft mit seinen Freunden aus dem Gefaengniss Modeschmuck. Er und seine Freunde verstecken sich immer unter dem Tisch, denn er sagt wenn die Kunden sie sehen haben sie zu viel Angst um bei ihnen zu kaufen. Ich mag ihn sehr gerne, er kommt oft mit seinem kleinen Sohn und erzaehlt immer Knaststories, ich finde er und seine Freunde sehen sehr nett aus, aber juicies sagt sie koennen auch ziemliche Probleme machen.

Wie man also sieht hat sich eine ganze Sippe versammelt, die von jedem Menschen gehasst wird und die nichts haben und sich sogar unsere Stuehle “leihen” wenn wir mal nicht aufpassen. Wir sind zum Glueck selbstbewusst, denn es sind diese Art von Leuten, die einen ausweiden und abnagen bis auf die Knochen, wenn sie Deine Angst riechen.

Die Tomlesbe vom Stand auf der anderen Seite hasst sie wie die Pest, sie nennt sie die “Krobkrua Hia!”, die Eidechsenfamilie und ich kann ihr da nur beipflichten.

Nachdem sich mein Zorn verzogen hat stoert mich das alles aber kaum noch, wir haben ja letztendlich keine Einbussen dadurch, denn unser Stand braucht nicht viel Platz und wir verdienen viel mehr Geld als sie.

Um zurueck zum Anfang zu kommen: der Markt ist voll Heute, richtig voll!! Tausende stroemen von der Saphaan Taksin nach Thonburi, denn, wie ich hoere ist Phahurat gesperrt, weil dort das Haus von Prem Tinunslanonda von den Redshirts belagert wird.

Ausserdem haben sich alle Taxifahrer der Stadt zusammengeschlossen und besetzen wichtige Verkehrsknotenpunkte, Wolken ziehen auf und der Himmel faerbt sich rot.

“Ich habe dem Regengott geopfert!” verkuendet die Patriarchin und um zu bekraeftigen wie stark ihr Glaube ist spannt sie noch nicht einmal ihre Schirme auf.

Es faengt an zu regnen, erst ein wenig, dann bricht der Sturm los und der Markt wird ueberschwemmt von dem massiven Regen, wir senken unseren Schirm und machen alles um uns dicht, verkaufen geht dann sowieso nicht mehr. Ich nenne das “die Schildkroete”.

Nachdem sich der Regen verzogen hat kommen wieder Kunden, der “Tom” leiht uns einen seiner grossen Schirme, denn auch wenn wir diesen Stand hassen, weil sein Besitzer eine furchtbar boese und verschlagene Chinesin ist, so sind wir doch gute Freunde des Toms.

Die meisten Staende sind inzwischen nach Hause gegangen, einige waren schon ausverkauft, als die Menschen aus Bangkok durchstroemten, andere gingen wegen dem Regen.

Wir sind fast die einzigen und wir machen eine Moerderkohle!

500 Baht gehen zwar schon alleine ab, weil Juicies morgens von der Polizei angehalten wurde, weil sie ohne Fuehrerschein Moped gefahren ist, aber trozdem ist dieser Tag erfolgreicher als normal!

Abends wieder zuhause tritt Abhisit im Fernsehen auf und verkuendet das Morgen ein freier tag fuer alle Staatsbediensteten sein wird, die Situation aber ansonsten “voll unter Kontrolle” waere…

Ich habe da so meine Zweifel.

Benem

RE: Ein Marktleben

#3 von Benem ( Gast ) , 10.04.2009 22:24

Heute kam es erneut zu Demonstrationen der Red Shirts in der Gegend um die Sathorn und alle Mitarbeiter des oeffentlichen Dienstes hatten einen Freien Tag, unsere Einnahmen waren dadurch recht bescheiden, tatsaechlich hatten wir die schlechtesten Zahlen seit langem.

Als wir ankamen stroemten tausende durch den Markt, alle Laeden machten guten Umsatz, der Sushishop, Grapo Bplaa, Kebap, nur bei uns kaufte niemand. Scheinbar ist unsere Kundschaft groesstenteils im oeffentlichen Dienst beschaeftigt.

Zum ersten mal habe ich Heute etwas laenger mit Salim, der ein paar Meter weiter Kebap verkauft, gesprochen, denn er kam zu unserem Stand und fragte was wir denn eigentlich verkaufen.

Salim macht sich keine Sorgen um die Eroeffnung des Skytrains, der unseren Markt unbedeutend machen wird, er sagt Doener verkauft sich immer und ueberall gut. Salim verkauft nicht nur Doener, er verkauft einem einen ganzen Laden fuer 10.000 Baht. Letzten Monat, sagt er, hat er 10 verkauft!

Die letzten Kunden Heute waren 2 Schulmaedchen, die immer kiecherten und mich mit grossen Augen anstarrten. Juicies ist sauer, sie hat seit 2 Stunden nicht mehr mit mir gesprochen, ich bin natuerlich genervt, weil ich nichts gemacht habe und mich nicht unter Druck setzen lassen will. Ueber Probleme zu reden ist uns noch nie sehr leicht gefallen und ich bin etwas ratlos, wie wir das loesen sollen, denn wir gehen bald ins Bett und bis dahin muss alles geklaert sein...

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#4 von Benem ( Gast ) , 12.04.2009 11:35

Von Dienstag bis Freitag verkaufen wir an unserem Laden am Markt, Samstag und Sonntags eigentlich in Chinatown.

Ein Freund der Familie hat dort ein Schneidergeschaeft, er laesst uns den Strom davon benutzen und er erlaubt uns kostenfrei davor zu verkaufen! Urspruenglich hatte er Jucies Mutter angeboten den ganzen Laden zu mieten, aber niemand wird hier so eben einen Laden fuer 40.000 Baht im Monat mieten!

Das Problem, das wir jetzt seit laengerem hatten, ist das Po den Wagen zu Schrott gefahren hat! Niemand faehrt schlimmer als Po, doch auch wenn er permanent auffaehrt, Leute auf dem Highway seitlich abdraengelt und sich auch sonst wie ein Wilder benimmt, hatte er noch nie einen Kratzer in seinem Pickup.

Bis dann der Unfall kam, Po konnte nicht mehr bremsen und der Wagen musste 2 Wochen in die Werkstatt. Zum Glueck ist niemand verletzt und die Versicherung zahlt den Schaden am anderen Wagen, aber wir koennen nicht mit dem Tuktuk nach Chinatown, denn die Tuktuks aus unserer Gegend duerfen den Fluss nicht ueberqueren, also konnten wir seit 2 Wochen an diesen Tagen nichts machen.

Jetzt ging der Wagen wieder, aber der Freund hatte seinen Laden schon zugemacht, und konnte nicht mehr kommen um ihn aufzuschliessen, da wir aber schon alles vorbereitet hatten sind wir dann zu unserem normalen Laden gefahren und haben gekuckt was wir da so verkaufen koennen:

Einnahmen Heute: 130 Baht!


http://picasaweb.google.com/lh/p...feat=directlink

Benem

RE: Ein Marktleben

#5 von Benem ( Gast ) , 12.04.2009 22:24

Sonntag und der letzte Tag vor Songkran.

Wieder hatten wir vor in Chinatown zu verkaufen, doch als am Nachmittag ueberraschend der Ausnahmezustand in Bangkok verhaengt wurde, hatte sich das auch erledigt, niemand wuerde Heute Abend ausgehen. Verkaufen konnten wir vergessen.

Den ganzen Tag ueber liefen dann die Bilder ueber die Demonstrationen in Bangkok im Fernsehen, die Lage scheint komplett ausser Kontrolle geraten zu sein, auf dem Highway kam uns ein vollbesetzter Panzer entgegen und angeblich hatte es eine Schiesserei bei den Regierungsgebaeuden gegeben.

Juicies Familie, die gluehende Thaksin Anhaenger gewesen sind, scheinen schon laenger irritiert vom Verhalten der Redshirts. Als ich vor ein paar Wochen in eine ihrer Demos geriet, nachdem ich mit Juicies Bruder ausgegangen war, erzaehlte er mir das er garnichts von ihnen haellt, denn sie wuerden alles nur fuer Geld machen.

Ich werde mich sicherlich von Demonstrationen fernhalten, die Entwicklung der Geschehnisse scheint nicht voraussehbar, nur das es mehr Gewalt geben wird, da bin ich mir sicher.

Morgen werden die Buddhas gebadet, denn es ist Songkran, da verkaufen wir natuerlich nicht, da gehen wir auf die Khao San, weil Juicies das unbedingt will, also gibt es Marktgeschehen erst wieder in ein paar Tagen.

Wir waren gerade Muukrata essen und haben uns jetzt einen thailaendischen Geisterfilm ausgeliehen, morgen wird sicher ein anstrengender Tag denn Khao San wird hoellenvoll, nicht nur weil Songkran ist Thaitanium wird auftreten! Aber ich hasse (hassehasse) es wenn zu viele Menschen auf einem Fleck sind.

Just in diesem Augenblick ist Guu Peng zur Tuer herein, denn er hatte ja schon angekuendigt das er Songkran bloss nicht mit seiner Familie verbringen will, also wird er wohl bei uns im Zimmer schlafen, da habe ich ja richtig Lust drauf...

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#6 von Benem ( Gast ) , 16.04.2009 19:56

Falls sich jemand wundert das hier nix passiert: zu Songkran verkaufen wir natuerlich nicht, erst am Samstag werden wir wieder nach Chinatown fahren.

Ich hoffe alle hatten ein paar schoene Feiertage, fuer mich war das das erste Songkran.

Gruss:
Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#7 von Benem ( Gast ) , 17.04.2009 21:55

Heute mussten wir wieder in Maes (Mae ist thailaendisch fuer Mutter und in Asien werden fast alle aelteren Frauen mit Mutter, oder Tante, Ii auf chinesisch, angeredet) aushelfen, was fuer mich vor allem eines bedeutet: Tellerwaschen! Damit habe ich so 20 Minuten zu tun, danach sehe ich mir an wie sich die ganzen Familienmitglieder, die alle da sind, auf die Fuesse treten wenn ein Kunde reinkommt, aber wehe es kommt einer nicht!

Ii Yai war auch da, sie erzaehlt Juicies angeblich schon seit Monaten von einem tollen Platz zum verkaufen bei sich in der Nachbarschaft. Leider ist ihre Nachbarschaft etwas weiter weg, naehmlich im Rotlicht- und Partybezirk Rachadaa. Da bei uns langsam die Zeit knapp wird und wir, wenn in 1 1/2 Monaten der Skytrain aufmacht nicht wissen ob wir, an unserem alten Platz, weiterhin Geld verdienen koennen, uns langsam etwas ueberlegen muessen, waren wir Heute dort um ihn anzusehen.

Der Markt gehoert einer aelteren Chinesin, der man leicht ansehen kann, das sie hart im Geschaeftsleben ist. Die Waren koennen dort teuerer verkauft werden, da die Kunden, die aus den umliegenden Buerohaeusern kommen, mehr Geld haben als der durchschnittliche Thai, es gibt sogar einen Koreaner, der Kimchi verkauft, was ein gutes Zeichen ist, da scheinbar die Polizei bei Auslaendern ein Auge zudrueckt, sich nicht dafuer interessiert oder korrupt genug ist.

Der Preis wird 7.000 Baht im Monat sein, was ganz schoen happig und mehr als 3 mal so viel wie unser alter Stand ist, den wir inzwischen ja schon fuer 10.000 Baht kaufen mussten. Cash auf den Tisch die ersten 3 Monatsmieten, bzw 23.000 Baht. Das ist nicht ganz wenig, vor allem da wir nicht wissen wie wir dort hin kommen, Taxi und Tuktuk, durch die ganze Stadt ist zu teuer, von Po (Vater) zu erwarten er faehrt uns morgens hin, faehrt uns Mittags dann zu unserem alten Stand und holt uns dort dann Abends wieder ab ist etwas viel erwartet. Wir sehen uns bereits nach einem Auto um, aber auch dafuer waeren monatliche Zahlungen von ca. 7000 Baht faellig, plus 40.000 Bar auf den Tisch, bei einem gesammtpreis von ca. 450.000 Baht, was teurer als ein Gebrauchtwagen in Deutschland ist, aber nach kurzer Suche realistisch klingt.

Was weiterhin dazukommt waere das es arbeiten bis zum Umfallen bedeutet: Morgens um 5 aufstehen, alles vorbereiten, um 9 in Rachadaa sein, verkaufen bis 2 Uhr Nachmittags, von dort an unseren alten Platz, verkaufen bis 9, nach Hause, alles saubermachen, um 11 ins Bett und 6 Stunden schlafen bis es wieder los geht.

Ich bin mir jetzt noch nicht sicher ob ich das schaffe, andererseits wuerde es einen guten Verdienst bedeuten, mit dem Juicies und ich uns ein eigenes Leben leisten koennten, vielleicht koennten wir sogar etwas sparen und in Deutschland ein Geschaeft eroeffnen, was Juicies Traum ist, denn sie sagt immer "I want to earn Euro and spend Baht!"

Mae und Ii Yai haben sich dann noch betrunken und dreckige Witze erzaehlt, ich bin immer nervoes, denn Ii Yai weint immer wenn sie zu viel getrunken hat, denn ihre Familie ignoriert sie und ihre Kinder wollen nichts lieber als so schnell wie moeglich ausziehen und in ihren eigenen, bereits gekauften, Condos zu wohnen.

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#8 von Benem ( Gast ) , 20.04.2009 23:04

Wir haben uns gegen den Platz bei Rachadaa entschieden, obwohl wir immer noch nichts neues haben. Die 23.000 Downpayment waeren ja Garantiesumme fuer die Besitzerin des Marktes, dazu kaeme die normale Miete von 7000 Baht, plus Strom und Wasser. Die Kuendigungsfrist betraegt 3 Monate: was wenn die Leute dort kein Gung Ob Wunsen moegen? Was wenn, wie wir alle glauben, sie zwar Gung Ob Wunsen moegen, aber sicher nicht Morgens? Das Riskio und die Entfernung sind einfach zu gross.

Heute Morgen haben wir uns einen anderen Platz angesehen, bei Putthamonton, hier ist ein Markt, der hauptsaechlich am Wochenende verkauft, er wird hoellenvoll sein und ein gutes Geschaeft ist sicher, da man hier Samstag und Sonntags den ganzen Tag verkaufen kann, allerdings heisst es hier mal eben 30.000 Baht Cash, nur um ueberhaupt mieten zu duerfen! Da gibt es nichts zurueck und kein Verhandeln, die Summe wird erstmalig bezahlt und ist weg.
Wir entscheiden uns dagegen, nachdem Juicies noch mit ein paar Haendlern spricht findet sie heraus das es bereits einen Gung Ob Wunsen Stand gibt und dieser praechtig verkauft! (An einem Markt ein Geschaeft mit der selben Ware, die es schon gibt, zu eroeffnen geht nicht: das ist wie eine Kriegserklaerung!)

Am Nachmittag, als wir wieder bei Maes Laden sind, weint Juiceis, sie ist verzweifelt, sie sieht keine Zukunft und weiss nicht was aus uns werden soll. Ich habe den festen Glauben und das wird sich sicher daemlich anhoeren: "Das guten Menschen wie uns nichts passieren kann!", ich weiss natuerlich wenig ueber das Leben und vielleicht bin ich daemlich, aber wir arbeiten hart und wir sind nicht bloed und ich habe die feste Ueberzeugung das sich eine Moeglichkeit ergeben wird.

Am Nachmittag habe ich den Englaender angerufen, den ich Gestern in der Naehe von Maes Laden getroffen habe, ich kenne ja wenige Farangs und habe momentan gar keine Freundschaften ausser der Familie, ich weiss nicht woran das liegt, aber ich bin immer offen, zu jedem der kommt, auch wenn ich bei Farangs oft vorsichtig bin, denn man hoert so viel schlechtes im Internet.
Zufaellig kommt auch noch der Deutsche vorbei, denn in der Gegend gibt es erstaunlich viele Farangs und wir trinken spaeter ein paar Bier zu dritt.

Beide sind so in etwa mein Alter, leben schon laenger als Lehrer in Thailand und wir koennen uns nett unterhalten, ein paar Bier trinken und Erfahrungen ausstauschen.

Was ich niemals gedacht haette ist das dieser 2 Meter Bodybuilder schon einmal ein Restaurant in der Gegend hatte, aber wohl aufgeben musste, da er sagt das die Miete mit 8.000 Baht im Monat zu teuer wurde. Weiterhin hat er erzaehlt das er nie Probleme mit der Immigration hatte, denn er wuerde ja nicht arbeiten, sondern "bloss zufaellig immer dort rumhaengen" er sagt zur Polizei muss man nett sein, aber nicht zu nett, ihnen alles anbieten und ordentlich buckeln und am Ende wir alles berechnet. Mae bietet der Polizei oefter gratis Essen, oder Rabat an, aber die Polizisten bestehen immer darauf voll zu bezahlen.

Als wir wieder zu Hause sind erzaehlt Po, das zur selben Zeit ein Gast im Laden war, der den Englaender wiedererkannt hat und er hat erzaehlt das dieser damals Khao Pat fuer 60 baht verkauft hat!! Das geht in Silom, Sukhumvit und Khao San, aber sicher nicht in einer Thaigegend!
Juicies sagt ich soll darueber keine Scherze machen, denn er wird sicher darueber nachgedacht haben, warum er diesen Preis nimmt und ich denke da wird sie recht haben.

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#9 von Benem ( Gast ) , 21.04.2009 22:13

Habe laenger ueberlegt ob ich zu dem heutigen Tag etwas schreiben soll, denn eigentlich ist nichts passiert.

Juicies geht es wieder besser, auch wenn ich sie heute dabei erwischt habe wie sie nach Jobs im Internet gesucht hat, sie hat behauptet sie sucht fuer mich, aber ich hatte niemals in erwaegung gezogen japanischer Uebersetzer zu werden!

Aber ich nehme mal an das braucht sie fuer ihre Sicherheit, ich wusste ja eigentlich auch das es schon immer ihr Traum war einen Buerojob zu machen und ein besseres Leben, mit mehr Sicherheit, als das ihrer Eltern zu haben, aber ich denke (und sie wohl auch) das, so traurig es auch ist, ihr Zug damit schon abgefahren ist. Sie hat ihrer Mutter nie vergeben, das diese sie damals dazu zwang im Fingernagel Salon ihrer Tante zu arbeiten. Danach war sie zu alt um noch einmal neu anzufangen und ich kann mir das bei dem Ueberschuss an jungen Frauen in Thailand wohl vorstellen.

Fuer meinen Blog habe ich Heute einen kleinen Artikel ueber Prinzessin Prathep geschrieben, weil ich sie sehr mag, weiss aber noch nicht ob ich mich traue ihn zu posten, Lese Majeste geistert umher und die interessanten Sachen darf man sowieso nicht schreiben. Mir schwirrt schon der Kopf von den ganzen Geruechten.

Naja, jedenfalls waren wir zum ersten mal, seit den Songkran und Redshirt Feiertagen wieder an unserem Markt verkaufen, mir geht es ziemlich beschissen, ich habe Gestern eine abgelaufene Schlaftablette genommen und Heute war ich so fertig das mich nur jemand anstossen haette muessen und ich waere umgefallen.

Als Po uns abgeholt hat, war Mae auch dabei, denn sie kamen gerade von ihrem Laden und Mae war ziemlich betrunken und ich finde die trinken etwas viel in dem Laden, immerhin seit 4 Tagen fast jeden Abend und Heute war sie noch betrunkener als sonst. Eigentlich gibt es das in dieser Familie eher selten, wenn sie trinken trinken sie auch ne ganze Menge, aber nie oefter als 2 mal im Monat. Ich glaube die ganzen Tanten kommen jetzt abwechselnd vorbei und wollen mit mAe trinken, immerhin 9 insgesammt!

Tante Yai will das ich den Drachen, den ich an die Wand gemalt habe aendere, sie will das man alle Arme und Beine sieht, das die Augen eine Pupille haben und das dort 4 Wolken anstelle von 2 sind, das waere gut fuers Feng Shui sagt sie und sie haette dafuer ein gutes Gefuehl, ich weiss nicht so recht...

Heute Nacht schlafen wir wieder in Maes Zimmer, denn unsere Klimaanlage ist immer noch kaputt, das liegt daran, das der Klimaanlagenreparateur noch im Isaan ist und ich frage mich ernsthaft was mit Bangkok passieren wird, wenn alle Isaanis mal streiken??

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#10 von Benem ( Gast ) , 22.04.2009 22:21

Die Eidechsenfamilie hat sich heute geschlagen. Der Knastbruder, der immer so nett aussieht, wollte mit seinem Sohn irgendwo hin, aber seine Frau, die selten auf dem Markt ist, wollte das nicht. Er hat sie dann am Hals gepackt und gegen die Wand geworfen, anschliessend hat er versucht das Kind aus ihren Armen zu reissen. Sie hat dann geschrien und geschimpft und seine Schwester ist dazwischengegangen.

Fuer die umstehenden war das ein Schauspiel, niemand grieft in Asien bei einem Familienstreit ein, da kann keiner bei gewinnen.

Die Schwester hat die Frau dann im Stand auf einen Stuhl gesetzt, das Kind auf dem Arm. Der Mann sitzt auf seinem Moped und scheint sich noch nicht ganz beruhigt zu haben, aber ich glaube die Geschichte ist vorbei, als ich das naechste mal hinsehe schlaegt er auf seine Frau ein, die am Boden liegt, Juicies ist schnell dort und versteckt alle Messer, Scheren und was es spitzes gibt.

Es deeskaliert erst, als der Tuktukfahrer, der ja auch der Schwager des Knastbruders ist, ihn am Arm haellt und jemand die Frau wegbringt, das Kind geht mit dem Vater, auch wenn es das sicher nicht moechte.

Seine Schwester erzaehlt uns nachher das Morgen sowieso wieder alles in Ordnung und grosse Liebe ist, egal wie sehr sie sich schlagen. Juicies sagt das sich Unterschichtleute (sie nennt das Low Quality People) immer in der Oeffentlichkeit streiten. Mir faellt dazu immer meine Mutter und deren lieblingsspruch "Pack schlaegt sich, Pack vertraegt sich!" ein.

Die Schwester des Knastbruders (waere einfacher wenn ich die ganzen Namen wuesste...) erzaehlt Juicies spaeter das sie ihren Mann auch schon mal mit einem Messer angegriffen hat, als ich ein geschocktes Gesicht mache fuegt sie schnell hinzu, das es nur passiert waere, weil er ihr vorher das Gesicht blutig geschlagen hat. Dann geht das ja.

Benem

RE: Ein Marktleben

#11 von Benem ( Gast ) , 23.04.2009 22:35

Ich habe eigentlich gerade Hunger und kann nicht so gut schreiben, aber in 5 Minuten koennte wieder wer weiss wer am Computer sitzen und ihn fuer Stunden blokieren, also denke ich mir: besser ich als jemand anderer.

Juicies hat mir Heute morgen das T-Shirt gekauft, das ich mir immer gewuenscht habe, da ist das Logo von diesem Super billigen Thai Whisky drauf, den ich niemals trinken wuerde, aber das T-Shirt ist geil, das schenke ich meiner Mutter.

Juicies musste dann in den Laden ihrer Mutter, zum helfen, waehrend ich zuhause bleibe und "vorbereite" was nur 5 Minuten dauert, aber als Alibi ausreicht, ich habe auch keinen Bock dort den ganzen Tag unbezahlt Teller zu waschen wenn es sich vermeiden laesst!

Als sie wiederkam sah sie furchtbar muede aus: ihre Eltern hatten sich gestritten, Mae sagt das sie immer arbeitet, obwohl sie schon so alt ist und ihr Mann tut nichts, ausser das Geld zu verbrennen.

Auf dem Markt hatten wir einen eigenartigen "Stop and Go Verkauf", eine Stunde kamen alle Kunden auf einmal und dann wieder eine Stunde nichts! Juicies hat mir zum ersten mal erzaehlt das sie mehr Geld machen moechte, als das was wir im Moment verdienen, was mich sehr froh macht, denn ich habe grosse Hoffnung fuer unser Essen, das wirklich sehr gut ist und das Zeug hat einer dieser beruehmten "Gung Ob Wunsen" Staende zu werden, von denen es ein paar in Bangkok gibt.

Abends mussten wir uns dann beeilen, denn es hiess das Mae sehr betrunken ist und wir sie vom Laden abholen muessen. Tatsaechlich waren alle im Laden sehr betrunken, der Mann von Ii Diu, die in den ersten Stock des Ladens gezogen ist, war hackendicht und so auch Mae, Ii Yai hatte sich noch unter Kontrolle, ich glaube Mae geht es gerade nicht so gut, denn sie arbeitet zu hart und sieht keine Zukunft.

Vor dem Laden, auf der Strasse, lagen die Matrazen von Ii Diu, scheinbar eine Wette: Ii Dius Mann hatte gewettet das Ii Yai zu alt ist die Matratzen auf die Strasse zu werfen, eine selten daemlich Wette, wie ich finde...

Ah, gerade ist wieder Streit ausgebrochen, dieses mal zwischen Juicies und mir: just in diesem Moment wollte Juicies mir im Fernsehen die Best-off-Songkran Unfaelle zeigen, was mich zu dem Kommentar "Thaipeople know no mercy!" veranlasste, das gibt wieder dicke Luft...

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#12 von Benem ( Gast ) , 25.04.2009 00:06

Das Geschaeft war Heute katastrophal, allerdings nicht fuer uns, denn wir haben gut verdient! Alle anderen Staende dagegen hatten viel ueber, Sushi: 20 Boxen! Die muessen alles wegwerfen, da roher Fisch bei 35 Grad natuerlich auch recht schnell schlecht wird. Salim, der kurz vor uns kam, hat seinen Stand 20 Minuten vor uns vom Markt geschoben, er hat ein deprimiertes Gesicht gemacht und nur traurig den Kopf geschuettelt, als ich ihn gefragt habe, ob er ausverkauft ist.

Wir hatten die ganze Woche ueber akzeptabel verkauft und Heute ganz besonders akzeptabel, eigentlich sogar super, aber noch lange nicht so viel wie ich haben moechte.

Abends kam der Oesterreicher, den ich letzten Monat schon einmal getroffen hatte, er ist der Nachbar der Sushi Verkaeufer und wohnt irgendwo draussen in einem Bangkoker Vorort. Letztes mal hatte er mich zum Bier eingeladen, dieses mal lade natuerlich ich ihn ein. Rauchen hat Juicies leider nicht genehmigt, obwohl der immer so coole super trashige Zigaretten fuer einen Euro die Stange aus Kambodscha hat.

Genehmigt wurde ausserdem nur eine Dose Bier, was natuerlich nicht viele Partyfreuden zulaesst, aber Juicies hat gesagt wir gehen morgen in das Apartment von diesem Maedchen, das so viele europaeische Ehemaenner hat und da darf ich dann trinken und rauchen so viel ich will! Was diese Frau so besonders macht ist das alle ihre Ehemaenner Fotomodelle sind! Ich weiss jetzt natuerlich nicht ob Rollstuhl oder Armprothesen Fotomodelle, aber ich glaube es ist schon so wie es klingt.

Der Oesterreicher will immer das ich zusammen mit seinem Sohn ein Geschaeft aufmache, was ich fuer eher unwahrscheinlich halte: Sein Sohn will in Bangkok Doener verkaufen! Wie wir alle wissen ein gutes Geschaeft, aber ich wuesste wirklich nicht, warum ich hier fuer jemanden arbeiten sollte, wenn ich endlich endlich mein eigenes Geschaeft habe?

Er kam heute von einem Freund, der ihm immer illegale Visas besorgt, er will auch immer das ich das mache, aber ich sehe keinen Vorteil darin, man spart vielleicht 200 Euro, aber Dokumentenfaelschung ist ein sehr schweres Verbrechen in Thailand und das Risiko lohnt sich dafuer einfach nicht, zumal es so leicht ist sich legal ein Visum zu holen.

Mit Juicies ist es gerade nicht so leicht, man kann nicht wirklich sagen das wir eine Kriese haben, aber es tauchen neue Probleme auf, die ich aber fuer natuerlich halte, wenn 2 Menschen aus so unterschiedlichen Kulturen zusammenleben.

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#13 von Benem ( Gast ) , 27.04.2009 11:17

Seit 2 Tagen ist unsere Klimaanlage wieder repariert und wir muessen zum Gluck nicht mehr im Zimmer von Juicies Mutter schlafen!

Leider hatten wir inzwischen schon eine ernstere Kriese: es ist schwer sich mit asiatischen Frauen (wahrscheinlich auch Maennern) ueber Probleme zu unterhelten und Unzufriedenheiten werden im Inneren verschlossen und brechen ploetzlich hervor. Tatsaechlich war ich mit unserer Situation sehr ungluecklich, denn in mir tobte es und jedesmal wenn wir uns anschwiegen wollte ich etwas kaputtmachen, diese Situation belastete mich sogar so sehr das ich letzte Woche den Hund geschlagen habe, wahrscheinlich nicht sehr doll, aber ich konnte sehen das es ihn schmerzte und es war das erste mal in meinem Leben das ich ein Tier schlug und ich schaemte mich sehr.

Gestern waren wir im TV-Studio, denn Juicies hatte einen Gesangswettbewerb gewonnen und trat beim Sender NBT auf, der Sender, der vor einigen Monaten von der PAD gestuermt wurde. Eigentlich wollte sie endlich zum MK Bufet, denn Heute war unser letzter freier tag und dieses Bufet gab es nur diesen Monat, Juicies verehrt MK geradezu religioes und damit waere sie ein Teil der MK Geschichte geworden, wir hatten sogar geplant das sie eine Rezession fuer meinen Blog schreiben wuerde, was mich sehr freuen wuerde, wenn sie sich an meinem Blog beteiligen wuerde, bisher habe ich nur ab und zu kleine Texte von ihr eingestellt.

Leider war ich krank und musste zum Artzt. Nicht das jetzt jemand denkt sie wuerde sich deshalb mit mir streiten: sie kuemmert sich, wie alle asiatischen Frauen, sehr gut um mich und wuerde niemals zulassen, das es mir schlecht geht, aber trotzdem explodierte unser schwellender Streit, an diesem Abend und wir gingen zum ersten mal ins Bett ohne uns vorher vertragen zu haben.

Nachts konnte ich sie weinen hoeren, doch ich troestete sie nicht.

Am Morgen sagte sie sie haette nicht schlafen koennen, doch ich antwortete nicht, meine Medizin nahm ich alleine, ich konnte zwar nicht alles auf der Packung verstehen, aber ich wollte nicht abhaengig sein.

Wir weinten beide, Juices ist zum Laden ihrer Mutter, denn sie muss helfen, ich werde Heute garnichts tun, zum ersten mal hatte ich wirklich Angst das alles aus waere.

Wir haben uns vertragen, ich verstehe nicht warum wir erste ueber Probleme reden koennen wenn alles am Abgrund steht, warum geht das nicht einfacher, ist das asiatisch oder geht das allen so?

Heute Abend gehen wir mit einer ihrer Freundin (die mich sehr langweilt) aus, Morgen sind wir wieder zum Verkaufen am Markt.

Ben

Benem

RE: Ein Marktleben

#14 von Benem ( Gast ) , 28.04.2009 23:21

Sehr gute Verkaeufe!

Nachdem die letzte Woche eher Mau war, haben wir Heute bombig verkauft! Teilweise war vor dem Laden eine grosse Gruppe Menschen, die alle auf unser Gung Ob Wunsen warteten. Eine Frau war da, die auch schon die letzten beiden Tage der letzten Woche gekauft hat, sie hat 4 grosse Portionen genommen und sie hat gesagt ihr Mann waere fast gestorben, weil er unbedingt Gung Ob Wunsen wollte! (Ist bestimmt uebertrieben).

Vormittag habe ich es geschafft nicht zu rauchen, obwohl ich Juicies Zigarettenversteck gefunden habe! Dafuer rauche ich Morgen!

Beim Sushi Stand hat der Oesterreicher, dessen Sohn einen Doenerimbiss in Bangkok aufmachen moechte, geholfen er sagt er ist den ganzen Tag zu Hause, alleine mit 2 Katzen und weiss nicht so recht was er machen soll, seine Frau geht immer aus und er weiss nicht wohin. Den finde ich eigentlich ganz lustig, haette auch gerne ein Bier mit ihm getrunken, aber ich bin ja noch auf Antibiotika, wegen dem Wassergesch***e.
Ich fands suess, wie er sich um halb 5 sein erstes Bier gekauft hat und die Sushieverkaeuferin ihn anranzte "Farang tham ngaan!!" Farang arbeite! Die mag ihn bestimmt und will nicht, das er schon so frueh rumsitzt und Bier trinkt. Er ist ja schon ueber sechzig, aber man konnte am Abend sehen, wie er sich gefreut hat, das er mal wieder etwas nuetzliches tun konnte.

Benem

RE: Ein Marktleben

#15 von Benem ( Gast ) , 29.04.2009 23:08

Po Popcorn (der Bruder von Mae Popcorn und ja: ich kenne keine Namen in Thailand!) hat mir Heute zum Feierabend ein Bier gekauft. Ich habe ihm auch mal eines gekauft, aber er wollte es wirklich nicht trinken, wir glauben manchmal das die beiden Moslems sind, aber wir wissen eigentlich ueberhaupt nicht ueber sie, auch wenn sie am Markt unsere besten Freunde sind.

Sie bestellen immer die ersten 2 Portionen, denn im asiatischen Glauben bestimmt wie etwas anfaengt ueber den ganzen Tag.

Sie kommen in letzter Zeit immer mit diesem kleinen Junge, vielleicht so 8 jahre alt, den wir schon kennen, es sind noch Sommerferien und er muss nicht in die Schule, also hat er wohl nichts zu tun.
Der Junge sagt "Ka" anstatt "Khap" und man koennte ihm genausogut "Ladyboy" auf die Stirn schreiben, der ist trotzdem ganz suess und er kauft mir immer Bonbons, Juicies kauft er nie welche

Manfred war Heute leider nicht da, die Sushi Leute haben gesagt das er Morgen wiederkommt, was ich hoffe, da ich kein Antibiotika mehr nehme und jetzt Bier trinken kann.

Eine zeitlang kamen manchmal Farangs bei unserem Laden vorbei, um uns zu besuchen, sie haben dann mit mir Bier getrunken, oder Gung Ob Wunsen gegessen. Was ich immer zum schreien fand ist das wir natuerlich keine Tische haben, deshalb sassen sie dann beim Grapoblaa Laden, bei der Tomlesbe und haben immer versucht ihr Geld zu geben damit sie da sitzen koennen. Man konnte fast in Zeitlupe das Gesicht von ihr (man sagt eigentlich "Ihm", denn sie sagt "Khap") heruntersacken sehen, denn das ist nicht gerade die feine Art und ich habe mir angewoehnt Farangs darauf hin zu weisen, ihm bitte kein Geld zu geben.

Draussen blitzt es jetzt, ich habe solche Stuerme in dieser regelmaessigkeit noch nie erlebt. Donner kann ich noch keinen hoeren, aber manchmal ist es Nachts so laut, das ich aufwache.

Ben



15ter

Benem

   

Kommentare zu Nam und Fredl

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