Malaria Geißel der Menschheit

#1 von alex ( Gast ) , 05.07.2009 16:18

Malaria Geißel der Menschheit

Das Thema ist so interessant , das ich mal einen Thread dazu eröffne und die Geschichte des
Artemisinin, welches für viele der angenommene Durchbruch war in der Malaria Bekämpfung ,
aber heute alleine auch nicht mehr ausreicht !


Zitat
Die Pflanze, der Lebensretter, sie trägt den Namen „Artemisia Annua“ – einjähriger Beifuß.






Seit Jahrhunderten bekannt, jetzt endlich angewandt – im tiefsten Inneren Chinas wächst eine Pflanze, die Afrika retten könnte.

Youyang, im Dezember – Bergland ist das hier, behaust von Bergmenschen. Im Innersten des Landes. So schön wie vergessen – bislang. Bevor klar war, dass das hier einmal der Mutterboden Welt bewegender Kunde sein würde, eines alten Krauts wegen.

Die Bauern sind meist vom Volk der Tu, Nachkommen eines mächtigen Reiches, das einst das heutige Sichuan beherrschte. Ein die Schluchten durchgrabender Fluss war früher das Band zu den Menschen der Ebene; erst seit dem Vorjahr gibt es die Straße, die den Weg in die Jangtse-Metropole Chongqing auf gerade mal acht Stunden verkürzt hat.

Struppiges Wintergrün duckt sich auf den Feldern – im Sommer stehen sie hier übermannshoch, die kostbaren Büsche.
Was ist es bloß, das gerade diesen Flecken im Südwesten des Landes so besonders macht? Der Mann, der es eigentlich wissen sollte, zuckt mit den Schultern: „Das Zeug wächst ja überall“, sagt Pan Weiming, Chef der Plantagen der Firma Holley. „Aber warum nirgendwo anders so viel Wirkstoff aus der Pflanze herauszuholen ist wie hier am Wuling-Berg – wir wissen es bis heute nicht.“

Kommt unspektakulär farngleich daher

Die Pflanze, der Lebensretter, sie trägt den Namen „Artemisia Annua“ – einjähriger Beifuß. Der Stamm gehüllt in einen schimmernden Pelz von grauen Härchen, gelbgrüne Blüten im Sommer.

Kommt unspektakulär farngleich daher. Und doch wussten hier einige um seine geheimen Kräfte. Die Bäuerin Li Guoping zum Beispiel, die unter ihrem schwarzen Regenschirm zwischen den Feldern einher stakst wie eine dem Sturm trotzende Krähe, die hat sich manches Mal in ihren 68 Jahren einen Sud gekocht aus dem „Bitterkraut“, wie sie es hier nennen.
Wenn sie sich geschnitten hatte zum Beispiel, stoppte der Saft die Blutung. Und für die Haut war er gut. Ja, die Malaria, die habe hier auch gewütet, wenn auch nur „früher, vor der Befreiung durch Mao Zedong“.

Haben sie da auch zum Beifuß gegriffen? „Leider wussten nur die wenigsten, ihn anzuwenden“, erinnert sich Liu: „Die Leute starben einfach.“

Das Wunder von Youyang

Die Leute sterben einfach. Auch im Präsens ist der Satz noch gültig. Nicht mehr für Youyang, nein. Aber für einen großen Teil der Welt. Mehr als 300 Millionen Menschen tragen Malaria-Parasiten in ihrem Blut.

Zwischen einer und zwei Millionen erliegen ihnen jährlich – meist Kinder unter fünf Jahren. Werden heimgesucht von Fieberschüben und Schüttelfrost, von Lungenödemen und Nierenversagen, von Koma und Tod. Und könnten doch alle leben.

In ihrem Büro in Peking sitzt eine wache Frau von 73 Jahren, trägt eine Strickjacke voller kräftiger roter Rosen und setzt ihre Worte voller Leidenschaft. „Warum nur?“, fragt sie, „warum tötet Malaria so viele Millionen Menschen? Wo wir es doch heilen können.“

Die Frau heißt Tu Youyou und ist Professorin an der Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin. China war noch das Reich des Mao Zedong, als sie auf den Stoff stieß, der Malaria heilt: Artemisinin.

Ein Extrakt der Artemisia-Staude, die sie in China „qinghao“ nennen. Die Pflanze, die in Youyang so heilbringend wächst wie nirgendwo sonst, mit einem Artemisinin-Gehalt von bis zu einem Prozent. Die Pflanze, die nun einer Region Wohlstand bringen soll und einem ganzen Kontinent die Rettung vor einem alten Killer.

In diesem Jahr nämlich ist es passiert: Fast vier Jahrzehnte, nachdem Professor Tu und ihre Kollegen begannen, dem Artemisinin nachzuspüren, drei Jahrzehnte, nachdem sie seine Wirksamkeit erkannten und mehr als zwei Jahrzehnte, nachdem sie ihre Entdeckung der Welt als Geschenk anboten, haben die Weltgesundheitsorganisation WHO und ihre Partner entschieden: Der Stoff aus Chinas Bergen ist die neue Waffe der Welt gegen Malaria.

Neun von zehn Malariakranken leben heute in Afrika; die Staaten dort, die auf finanzielle Unterstützung hoffen in ihrem Kampf gegen die Krankheit, müssen das Geld fortan für Kombipräparate auf der Basis von Artemisinin ausgeben.

Es ist eine Kehrtwende, und Professor Tu ist stolz: „Medizin war immer Teil unserer Tradition“, sagt sie. „Dies ist das erste Mal, dass der Westen ein chinesisches Präparat anerkannt hat. China hat der Welt etwas zu geben.“

Gleichzeitig macht Tu keinen Hehl aus dem Frust, den die chinesischen Wissenschaftler empfanden, die ihren Fund so lange ignoriert sahen. „Es ist eine Schande“, sagt Tu. „Tausende von Kindern sterben jeden Tag. So viele Leben hätten gerettet werden können.“

Wie sie in China auf die wundersame Substanz stießen, ist eine Abenteuergeschichte für sich.

Quelle : SZ Wissen

alex

RE: Malaria Geißel der Menschheit

#2 von Manfred , 04.10.2009 15:53

Axel Superbeitrag !!
ich selbst hatte schon Malaria im Hoechststadium. Die Aezte hatten mich mit Penizilin vollgepumt, weil es schwierig war die Krankheit zu diagnostizieren. Meine Arme und Beine waren schon schwarz. Alle Arzte raetselten, ich hatte einen spaeteren Kankheitsausbruch, erst nach dem ich schon 14 Tage aus Thailand zurueck war brach die Krankheit aus. Nach drei Tagen war ich aufgequollen wie eine Mastganz.
Dank des Penizillins kam ich noch mal mit dem Leben davon. "Unkraut verdirbt nicht"

 
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