Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#1 von Somprit , 16.03.2011 21:58

... nun lange hatte es gedauert, bis ich den Gedanken, zwecks Mediation, der inneren Ruhe & Ausgeglichenheit findend, umgesetzt, zu dem Entschluss kam ... etwas gegen das zu machen, was ich zu Hause in unserer kleinen „deutschen Enklave“ niemals erreichen würde ... ABZUSPECKEN, die mit über 90 Kilo überlasteten Kniegelenke, den Bauchumfang zurück zu fahren....

Mir schien ein zeitlich überschaubarer Aufenthalt in einem Wat das geeignetste Mittel, nicht nur um vielleicht zu einer inneren besseren Ausgeglichenheit – woran es mir eigentlich nicht fehlt, ... denke ich mal ... - sondern auch zu einer grundsätzlichen Umstellung meiner Ernährung zu kommen...

In mehreren Gesprächen überzeugte mich ein älterer „Bruder“, es doch ihm gleichzutun, mit ihm gemeinsam ein Meditation-Zentrum in einem Wat, in der Nähe von Mae-Hong-Son aufzusuchen, ein Zentrum welches er nicht nur wegen der dort angebotenen Meditationsmöglichkeit, sondern auch um sich so richtig „satt“ zu essen aufzusuchen... (es sollte sein 2. Besuch dort werden)!

...tja, meine 3 Engel hielten es eigentlich nicht für möglich, dass ich die geplanten 8 Tage dort wirklich durchstehen würde...

An einem Sonntagmorgen fuhr ich von der Arkade-Bus-Station in CNX mit einem der fahrplanmäßigen Mini-Busse für 250 Baht meinem Ziel, dem „Wat Tam-Wua“, entgegen, wo mich der Busfahrer dann nach 4 ½ Stunden Fahrtzeit, eingezwängt bei 14 weiteren Mitinsassen, an der Abzweigung der Route 1095, in Höhe des Dorfes Baan Mae Suya, ca. 35 Km vor Mae-Hong-Son war dann Endstation.

Hier erwartete mich bereits mein aus Mae-Hong-Son angereister Begleiter ...



und in einem gemeinsamen Fußmarsch ging es zu dem knapp 2 Km
rechter Hand im Gelände liegenden „Wat Tam Wua“.
Eine markante Landschaft erwartete uns, welche mit seinen Bergformationen ein versteckt
und somit sehr ruhiges Tal einschlossen...









... nach knapp 2 Km kamen wir an das einladende Tor der „Wat-Anlage“ ...



Da uns mein Begleiter bereits telefonisch bei dem Abt des Wat angemeldet hatte,
erfolgte nach kurzer Notierung im „Anwesenheitsbuch“ , welches seit 2009 mit uns inzwischen den 2.645 & ..46 Gast auswies,
die Zuweisung unseres Heimes/Unterkunft für die nächsten 8 Tage.... nämlich sehr spartanisch ausgestattete „Hütten“ ...



...mit einer sehr komfortablen Liegestatt, dem „B(r)ett“ ... einem „Bett“,
welches mich in den folgenden Nächten erbärmlich vor Kälte – wir hatten nur 15 Grad - zittern ließ...



... einer ebensolchen komfortablen sanitären Einrichtung...



Doch es gab auch neuere, modernere Unterkünfte, welche jedoch alle belegt waren.
Diese sind mit gefliestem Sanitärraum, incl. europ. Toilette ausgestattet.



Seitens des Wat Tam-Wua wurde „weiße Kleidung“, - Wickelhose, Shirt m. halblangen Ärmeln -
für diejenigen, welche keine eigene mitgebracht hatte, zur Verfügung gestellt

Ein Blick über das Wat-Gelände ...
welches von den „Gästen“ innerhalb der Stunden in dem inhaltsschweren Tagesplan
in Ordnung/sauber gehalten werden soll und wird.



Blick in die für Meditationszwecke benutzte Main-Halle...





... wobei bei den dortigen Aufenthalten von diesen Sitzhaltungen auszugehen ist...



... und bei den eingeleiteten Meditationsübungen
aus einem jedem Gast zur Verfügung stehenden
„Lobpreisungs-Heft“ (oder wie man(n)/Frau es nennen will)
derartige Lobpreisungen laut heruntergesagt werden...







... und Blick auf den einzuhaltenden Tages-Ablaufplan...



Zu den gemeinsamen (Männer/Frauen) Meditationsübungen gehörte auch ein allmorgendlicher „Gänsemarsch“
dem ich mich stets anschloss.
In absoluter Stille & Ruhe... wobei die Frauen jeweils den Schluss bildeten
Gemeinsame Gespräche zwischen Mann/Frau wurden eigentlich nur während des gemeinsamen Essens an den Tischen geduldet ...



Ein „Problem“ hatte ich persönlich mit den stundenlangen Meditationsübungen im sitzen, da ich mit meinen Knien diese reglose Sitzhaltung ganz einfach nicht einhalten konnte (...und vielleicht ja auch nicht wollte...), so dass sich der in englischer Sprache darbietende Abt dahingehend äußerte, dass ich doch die Zeiten der Meditation auf einem Stuhl sitzend absolvieren könne... doch diese Blöße wollte ich mir dann doch nicht antun , sondern entzog mich den langen Meditations-Stunden weitgehend unbemerkt zu langen stillen Spaziergängen im weitläufigen parkähnlichen Gelände des Meditations-Zentrums ...
Bei der Anzahl der „Gäste“, der alle in weiß gekleideten Laien-Monks, war dies relativ einfach...

Denn über diese von mir absolvierten 8 Tagen waren stets um die 20 Farang und teils bis zu 30 thailändische Besucher (gar aus Surat Tani) zu Meditationszwecken anwesend.

Bei den Farang handelte es sich um überraschend viele Russen(-innen), so dass ich nebenbei meine verschütteten russischen Sprachkenntnisse doch wieder etwas auffrischen konnte...
Neben Mittel-/Nordeuropäern waren Gäste von dem amerikanischen Kontinent insgesamt und Australien anwesend...

Der eigentliche Tagesablauf begann um 07.00 Uhr mit der Reis-Gabe aller „Gäste“ an die anwesenden Monks, dem sich das allgemeine vegetarische „Frühstück“ - bei mir lediglich aus einer Schöpfkelle“ Reisesuppe - anschloss.
Getränke – Kaffe, Grüner-Tee, Wasser – standen stets zur Verfügung, das „Mittagessen“ gg. 10.00/11.00 Uhr bestand ebenfalls auf rein vegetarischer Grundlage, überwiegend aus dem Wat-eigenen Gemüseanbau ... – auch hier gönnte ich mir lediglich jeden 2. Tag eine Kelle gekochten Reis ohne jegliche weitere Zugabe ... was dazu führte, dass ich bei meiner Abreise 3 Kilo weniger auf die Waage brachte ...

Tja, ich denke, ein Jeder kann hier ersehen, dass es mir weniger um die Lehre Buddhas ging ... sondern ich eine Möglichkeit suchte, einen Grundstein, den ich jetzt in meiner kleinen deutschen Enklave weiter festige/verfolge, nämlich ABZUSPECKEN ....

Ihr seht, ich als bekennender Atheist, hatte völlig andere Grundvoraussetzungen wie unser Member Ai Tua Saeb, unter: f4t1833-meine-7-tage-als-moench-im-wat.html?start=0
Mir ging es weniger um das geistige Wohl, die innere Einkehr... mehr um das profane „Wohlbefinden“ in körperlicher, übergewichtiger Hinsicht...

Trotzdem kann ich sagen, dass ich diese Zeit nicht missen möchte, denn in dieser ruhigen Abgeschiedenheit stellte ich fest, dass ich durchaus völlig ohne Internet und somit Foren-Kram durchaus zufrieden & ausgeglichen leben konnte...

Apropos, bei der Abreise erwartet man(n) seitens des Wat/Abt eine „Spende“/Briefumschlag, deren Höhe einem Jeden selbst überlassen ist.
Und wer sich nun weiter und gründlicher informieren will, gar über Handy: 081-0313326 seine Ankunft (was eigentlich nicht vorher erforderlich ist) mitteilen möchte, kann gerne hier den Abt des Wat „Tam-Wua“ in Schrift, Bild und Ton kennen lernen ....

...tja, es tut mir leid, dass ich Dich, Waitong, nun doch enttäuscht habe ....

Somprit  
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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#2 von Waitong ( gelöscht ) , 16.03.2011 22:36

Zitat von Somprit
...tja, es tut mir leid, dass ich Dich, Waitong, nun doch enttäuscht habe ....



Ganz und gar nicht, der Bericht ist doch gut und 3 Kg hast Du obendrein auch noch verloren, das macht doch Sinn. Sicherlich haettest Du auch auf dem Stuhl meditieren koennen, es spielt keine Rolle in welcher Haltung man es tut, denn es ist eine Geistschulung und kein Yoga.

Mal seh'n vielleicht schreibe ich noch ein wenig mehr.

Waitong

RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#3 von Binturong , 16.03.2011 23:17

Danke Somprit für deinen wieder einmal sehr schönen Beitrag.
(So etwas könntest du so noch öfters machen. Du weißt schon was… .)

Mir würde das sicherlich auch gefallen. Aber leider leider bin ich noch nicht so weit – Bin noch rank und schlank.

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#4 von thai.fun ( Gast ) , 17.03.2011 00:07

Zitat von Somprit
... da ich mit meinen Knien diese reglose Sitzhaltung ganz einfach nicht einhalten konnte....


Zuerst mal Danke für Deinen Bericht. Einfach klasse wie Du das hinbringst!

Zudem kann und hab ich mit Dir mit gefühlt und auch mit gelitten,
da ich 1986 ein ähnlich 3 Tage Erfahrung in einem drei-Mann Wat (Ruinen Höhle im Boden) Phimai hatte!
Bei mir waren es die Knöchel seitlich an den Füssen die ich mir im Schneider-sitzen wund-scheuerte!

thai.fun

RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#5 von veldenz , 17.03.2011 08:58

interessanter bericht somprit,obwohl die regungslose sitzhaltung auf den knien
mich auch nicht begeistern wuerde.

in juengeren jahren waere dies fuer mich auch ein thema gewesen,
aber man soll nie nie sagen,danke auf jeden fall fuer die anregung.

war vor 2 jahren im allgaeu,genauer in bad woerishofen der kneippstadt,
na was wohl eine kneippkur machen.
wenn ich an die langen,einsamen spaziergaenge taeglich durch die waelder
denke,auch gut zum mit sich ins reine kommen.

http://www.kurhotel-eichinger.de/

bei jedem wetter gings raus zum laufen,schwimmen usw.jeden tag,kein auto,
das ist bedingung.

hauptbedingung aber ist die eigene disziplin,wer die nicht mitbringt braucht
garnicht erst anzufangen.

sehr gutes essen,1000 kalorien auf den ganzen tag verteilt,dabei immer u.
immer wieder nur wasser trinken

so runde 14 kilo glaube ich, gingen dabei in 3 wochen runter.
einige kamen mittlerweile wieder dazu,aber im ganzen habe ich mich
danach doch essbewusster verhalten und mein gewicht einigermassen gehalten.

wenn ich aber so an mir runterschaue koennte ich sofort wieder eine kur
machen. hoch empfehlungswert.

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#6 von Binturong , 17.03.2011 10:58

Zitat
war vor 2 jahren im allgaeu,genauer in bad woerishofen der kneippstadt,
na was wohl eine kneippkur machen.
wenn ich an die langen,einsamen spaziergaenge taeglich durch die waelder
denke,auch gut zum mit sich ins reine kommen.



Gell Allgeier, ein tagtäglich ganz normaler Tagesablauf für uns?
Damals wenigstens.

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#7 von neele , 17.03.2011 21:38

Schöner und lesenswerter Bericht.
Ricarda hatte natürlich wieder was zu meckern.
Sie hat das Schild gelesen und vermisste den Wald(der in Englisch erwähnt wurde).
วัดป่าถ้ำวัว Wat baa Tam Wua (Tempel, Wald, Höhle, Kuh)
Sie ist sehr glücklich mit deinem grünen Buch, mich bring mich bald um den Verstand.

 
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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#8 von Somprit , 17.03.2011 22:03

Zitat von neele
Sie hat das Schild gelesen und vermisste den Wald(der in Englisch erwähnt wurde).
วัดป่าถ้ำวัว Wat baa Tam Wua (Tempel, Wald, Höhle, Kuh)
Sie ist sehr glücklich mit deinem grünen Buch, mich bring mich bald um den Verstand.



... nun ja, "der Wald" schließt sich direkt an das Wat-/Tempel-Meditations-Zentrum nahtlos an... auch die Mini-Höhle befindet dort ...nur eine Kuh habe ich nicht gesehen

Aber toll, wenn dein Schmuckstück so etwas "lesen" kann... und besser wäre es, das "grüne Buch" als "Das Deutsch-Thai Wörterbuch 3 in 1: Deutsch - Lautschrift - Thai" von Michael Veuskens, zu bezeichnen ... nicht dass hier ein Lesender den KORAN meint ...., denn darüber dürfte eine aufgeklärte deutsche Frau kaum glücklich sein/werden ....

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#9 von neele , 17.03.2011 22:11

Recht haste. Ich wusste nur nicht wie es heißt, sonst hätte ich es erwähnt.
Sobald sie den Koran in die hand nimmt, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten:
Springen oder dein Nachbar werden.

Nun aber schnell zurück zum Wat.

 
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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#10 von thai.fun ( Gast ) , 17.03.2011 23:26

Apropos grünes Buch,
so eines hat auch Gaddafi für seine Geliebten Bürger zur Pflicht Lektüre vor/geschrieben.
Vorbild war Mao mit seinem roten Buch!

thai.fun

RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#11 von Binturong , 18.03.2011 10:22

Dieses Wörterbuch ist wirklich jedem mit Thaibezug zu empfehlen.
Listet erst deutsche Wörter, dann die „mit Laut“ gesprochenen Thaiwörter und dann auch Thaiwörter, alles alphabetisch schön mit Anfangsbuchstaben an den Seitenränder markiert, auf.
Das beste Wörterbuch für hier Thailand.

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#12 von Somprit , 11.04.2011 21:17

... nun dann wieder weg von diesem "grünen Buch" als "Das Deutsch-Thai Wörterbuch 3 in 1: Deutsch - Lautschrift - Thai" von Michael Veuskens, bekannt und zurück zu Meditationsstunden in der Stille eines Wat ....

Denn wer sich wirklich dafür interessieren sollte, eine solche Periode der Stille zu durchlaufen, braucht nicht bis nach Thailand, in die Bergregion um Mae-Hong-Son zu reisen, der kann es auch durchaus in Deutschland, dem Rhein-Main-Gebiet, genauer in einem Wat in Langenselbold tun ...

Hier http://www.wat-p.de/Pdf/Watinfo2005.pdf kann man(n)/Frau sich eingehend informieren ...erfährt den Tagesablauf sowie Sinn & Zweck einer solchen Medi-Periode

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#13 von Somprit , 16.03.2012 09:40

... nun, da mich Stimmen erreicht haben, welche mehr Details über meinen Aufenthalt dort wissen wollen, da man(n) die Absicht hegt, es mir gleichzutun, werde ich meinen vorstehenden Bericht über meine "Auszeit = Fastenzeit", besser jedoch "Meditationszeit" im gerade hinter uns liegenden Monat März ergänzen... denn alle Jahre wieder, sollte mir guttun

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#14 von Somprit , 16.03.2012 14:28

...nun dann, hier ein bebilderter Anschlussbericht an meinen im vergangenen Jahr erfolgten Wat-Aufenthalt,.... oder zutreffender ausgedrückt: Hungerkur....

In diesem Jahr hielt ich mich ganze 14 Tage dort auf dem sehr weitläufigen Wat-Gelände auf, einem Wat, welcher offensichtlich aufgrund internationaler „Vermarktung“ (siehe Website eingangs meines letztjährigen Berichtes) regen Zustrom zu verzeichnen hat.

In diesem Jahr trug ich mich in dem „Anmelde-/Gästebuch“ mit einer laufenden Nummer ein, welche bereits weit über 6.000 lautete!
Die dort anwesenden Meditations-Jünger waren international gemischt, mit Ausnahme von Schwarz-Afrika waren Besucher aus allen Erdteilen vertreten... durchschnittliche Gästezahl um die 50 ....

Bei mir war es im Gegensatz der übrigen „Meditations-Jünger“ die Fettleibigkeit, welche mich dorthin getrieben hatte...

Während sich die meisten Anwesenden zur tiefgehenden, stillen Meditation dort aufhielten und bewegten, bewegte mich mein Übergewicht, welches ich dort nach unten drücken wollte...

Nach meinen 14 Tagen hatte ich tatsächlich 6 Kilo abgespeckt... und den Wat, d. h. seine buddhistischen Mönche mit einem Spenden-Kuvert bedacht... über den Inhalt, nun ja, darüber schweige ich lieber....

Aber wie ich „hörte“ bewegte sich die Spendensumme so mancher Besucher/innen zwischen täglich 20 – 100 Baht... es ist jedem freigestellt, was er bei seinem Abgang dort in einer großen Donations-Kiste hinterlässt bzw. dem Abt – ein wirklich lebensfroher , stets lächelnder Monk - direkt überreicht um mit seinem buddhistischen Segen verabschiedet zu werden.

Doch langer Rede kurzer Sinn, ich beantworte die mich erreichten Fragen... für in naher Zukunft dort einkehrender Besucher/Gäste...

An-/Abfahrt wie bereits anfangs meines letztjährigen Berichtes vermerkt, mittel Mini-Bus von der Arcaden-Bus-Station CNX, Preis: 250 Baht einf. Fahrt.
Ein Mini-Bus fährt dort ½ stündlich ab, die Fahrtzeit dauert zwischen 4 – 5 Stunden!

Den Sitzplatz sollte man(n)/Frau sich rechtzeitig reservieren, möglichst außen, rechts oder links.... in der Mitte sitzend, wird man(n)/Frau bei dieser eindrucksvollen, kurvenreichen Fahrt einfach zu stark hin & her geschaukelt... der beste Platz ist die Nr. 6, gleich links hinter der Tür...

Vorn, die beiden Plätze neben dem Fahrer würde ich vermeiden, oftmals - je nach Fahrer – risikoreiche Überholmanöver auf dieser „gefährlichen“ Strecke...

Bei Buchung sollte man(n)/Frau dem Fahrer als Ziel: „Wat-Tam-Wua“ angeben... dann wird er nämlich hier



Anhalten, wo links der Fahrbahn dieser eindrucksvolle “Dorfeingang”



zu sehen ist.

Rechts führt eine betonierte Zufahrt nach genau 1,8 km Fußmarsch zum Wat ....



Dort „meldet“ man(n)/Frau sich formlos beim ... sagen wir ruhig „Küchenpersonal“ an...dort wird einem geholfen, indem man(n)/Frau einheitlich mit 2 Garnituren (es sei denn, man(n)/Frau bringt eigene Kleidung mit) derart ausstaffiert wird....lacht nicht, so sah ich dort aus



... man(n)/Frau trägt sich in einem in der Main-Halle ausliegenden Gästebuch ein, wo auch ein weiteres Buch ausliegt, in welchem man(n)/Frau seine ureigensten Empfindungen eintragen „darf“, sollte... was ich mir ersparte....

Anschließend wird einem die Unterkunft zugeteilt, ... wobei, wenn man(n)/Frau Glück hat, in eines der Einzel-Apartments der einfachen Art (siehe Bilder bei meinem letztjährigen Bericht) zugeteilt erhält.
Seit meinem letztjährigen Besuch fand ein weiterer Aus-/Aufbau von „Gästehäusern“ statt...
...der Andrang.... schon erstaunlich, besonders viele junge russische Menschen... aber auch immer wieder Deutsche!





Sollten keine „Einzel-Apartments“ zur Verfügung stehen, so wie bei mir im vergangenen Monat,
so erfolgt die Unterbringung in einem der größeren Gästehäuser, einer Gemeinschaftsunterkunft...





... tja, die Innenausstattung ist schon sehr spartanisch....



Morgens um 7 erklingt über das Wat-Gelände der große Gong,
der alle dort lebenden Monks und die Gäste zum gemeinsamen Frühstück ruft ...

Das bedeutet, dass alle anwesenden Gäste sich in der Main-Halle versammeln,
dort im Schneidersitz sitzend die herannahenden Monks mit ihren Bettelschüsseln(?) erwarten...
jeder Gast gibt jedem Monk einen Löffel Reis....

Anschließend, die Monks ziehen sich zurück, ist gemeinsames Frühstück von Männlein/Weiblein angesagt...



Nach dem Frühstück versammelt man(n)/Frau sich zu einer minimalen „Andacht“ in der kleinen Meditations-Sala
um von hier aus unter Führung eines Monks zum ersten morgendlichen Meditationsgang aufzubrechen...



Dieser Gang erfolgte im März unter recht kalten Temperaturen,
so mancher Marschteilnehmer nahm seine Schlafdecke zum Schutz....



Nach dem ca. 1-stündigen Schweige-/Mediations-Gang (wobei die Frauen stets den Schluss bilden)
folgt die 1 länger andauernde Meditation in der Ausgangs-Sala (hier setze ich mich stets ab, da mir die Sitzhaltung
(Schneidersitz) über längere Zeit sehr zu schaffen machte... ich verbrachte lesend in meiner Unterkunft....

Gg. 11 Uhr ertönt erneut ein Gong, welche alle zum Mittagessen ruft....

Die Stammbesetzung



der Wat-Monks (3) nimmt auf ihrem Podest in der Main-Halle Platz,
die anwesenden Frauen müssen nun den Monks die Behältnisse der verschiedenen Speisen
– nur vegetarisches Zeugs ... – vorsetzen.



Diese bedienen sich und geben die Schüsseln & Töpfe an die bereits wartenden Männer weiter



... welche das Essen zur Küche, auf eine lange Tafel zurück tragen....
Nun, nachdem die Monks abgespeist waren, begann der Run zum gemeinsamen Mittagessen,
zugleich das letzte Essen bis zum nächten Frühstück ...

Hier nun ein Blick in einen der Blechteller, man(n)/Frau kann sehen,
es handelt sich um ein reichhaltiges vegetarisches Essen...., wobei ich nie teilnahm,
mich mit einem kärglichen Frühstück und hinreichendem Obst begnügte....



Nach dem Mittagessen (12 Uhr) durfte nur noch getrunken werden.
Dazu stand stets Kaffee, Wasser, Tee, Ovaltine in hinreichenden Mengen bereit.
Es war/ist zu empfehlen, sich des Nachmittags mit genügend Getränken (Wasserflaschen) einzudecken,
denn ab 18 Uhr ist der offene Küchenbereich verschlossen.

Der Nachmittag nimmt seinen Fortgang in der kleinen Meditationshalle (kurze Andacht)







und führte sodann unter Anführung von Monks hinein in die „geordnete Wildnis“...
zu einem schweigenden Meditationsgang in das steinige Gelände...




Hier mal ein Blick auf einen „Meditation-Ansitz“, ich nannt
e ihn „Adlerhorst“, wo so mancher ehrfurchtsvoller Jünger über Stunden
reglos in tiefsinniger Meditations-Haltung verharrte....



Dieser gut 1 Stunde andauernde Meditationsgang führte über Stock & Stein...



im Grund durch fast unberührte Natur ...
nun ja, der Fußweg war angelegt und wurde tagtäglich gefegt....





Auf diesem Weg kommen wir auch an dieser Gruppe vorbei,
wo man(n)/Frau klar erkennen kann, wie man Verstorbene noch vor knapp 100 Jahren „entsorgte“ ....
...die Leichname den Tieren überließ....







Das Wat-Gelände ähnelt mehr einem riesigen Park,
wo das weltliche Küchenpersonal selbst einen Gemüsegarten angelegt hatte....



Der Nachmittag steht nach dem Meditationsgang überwiegend zur freien Verfügung,
obwohl man(n)/Frau sich zwischen 15-16 Uhr an Reinigungsarbeiten des Gelände beteiligen sollte...
aber es gab stets genug Frauen, welche diese Arbeit übernahmen....

Um 18 Uhr erschallt erneut über das weitläufige Gelände ein Gong,
welcher alle zu einer recht langen und doch (aufgrund der Sitzhaltung) schwierigen Mediationszeit
incl. buddhistischer Litaneien zu Ehren & Preisung von Buddha ruft... diese „Sitzung dauert bis kurz vor 20 Uhr ....

Anschließend ..Rückzug zur Schlafstelle....

Eine trotz allem interessante Zeit, lehrreich... nun ja, wer gesondert buddhistische Unterweisung haben möchte, wendet sich an den Abt... denn er wird helfen (englisch/Thai...) ... ich war mit meinen bisherigen 2-maligen Aufenthalten dort zufrieden, konnte ich aufgrund der mir selbst zwangsweise verordneten „spartanischen Speisungen“ meine Übergewicht drücken ... und fand zudem innere Ruhe ...von dem ganzen Foren-Stress.......

Apropos, die Abreise gestaltet sich nicht so einfach wie die Hinreise, wo man(n)/Frau sich einen Sitzplatz in einem Minibus reservieren kann....
Wer dort abreist, begibt sich am besten am frühen Morgen vor zur Straße und stoppt dort das erst vorbeikommende landesübliche Taxi-Gefährt oder einen der über freie Plätz verfügenden Mini-Busse.... wenn man(n)/Frau Pech hat, wartet man(n)/Frau schon mal 1 Stunde oder mehr....

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RE: Eine Woche als "weißer" Meditations-Monk ....

#15 von thai.fun ( gelöscht ) , 16.03.2012 18:36

Herrlicher "Selbstdarsteller" Bericht! Unvergleichlich interessant und gut geschrieben und bebildert. Danke!

PS:
Da ich schon länger geläutert bin,
taste ich nie mehr Bilder von Einsichtigen "Bekehrten" an.....

thai.fun

   

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