Kindererziehung in Thailand

#1 von phumphat , 12.05.2011 20:01

Wir haben bereits darüber schon einen kurzen Gedankenaustausch gehegt und als "Vater" Thread ins Kalkül gezogen.
Ich habe nun mit "Verlaub" dafür den Titel " Kindererziehung in Thailand" gewählt. Thailand deswegen im speziellen,
weil es in erster Linie um die Kindererziehung hier in LOS geht. Auf Grund der kulturellen Voraussetzung ist die Erziehung
hier, doch etwas differenter als in Europa.
Wie wir ja wissen und auch erleben, werden die Kinder hier anders erzogen um nicht zu sagen verzogen. Ich muss immer
wieder feststellen, wie vor allem die Thai Mütter die Kinder "verhetscheln."
Als Mann und Kindesvater hat man es hier natürlich, doppelt schwer um sein Kind nach etwas anderen Maßstäben als nach Thai
Art zu erziehen.
Ich raste oftmals aus, wenn ich sehe, das meine Frau unseren Sohnemann, während er gerade in die Röhre gukt oder auf seiner
X-Box Autrennen oder sonst was macht, sie ihn dabei füttert. statt sich zum Tisch setzen, wie es sich gehört. Wenn ich da ein Machtwort spreche, werde ich nur belächelt.
Neuestes Erlebnis: Ich esse täglich ein Honigbrot zum Frühstück und kaufte mir den Honig bei einer Marktfrau, da ich der Überzeugung
bin,einen mehr oder weniger naturbelassenen Honig habe. Auch mein Sohn liebt Honig, aber er möchte den Honig aus der Tube von
7/11wie in die Frau schon zuvor schon mal gekauft hat. Schon Tag's darauf meine Frau den Tubenhonig gekauft. Ich wollte darüber kein
großes Tam,Tam machen. Aber es geht mir auch darum, das ein sechsjähriger seinen Willen nicht einfach so anstandslos durchsetzen kann.
Ich versuchte meiner Frau klar zu machen, das es für das Kind nicht unbedingt förderlich ist, wenn es jedesmal seinen Willen durch setzt.
Doch die Thais verwechseln das mit " gut meinen" der zusätzlich gekaufte Honig kostet doch nicht viel.
Ich glaube meine Frau hat kein Wort von dem verstanden was ich damit gemeint habe.
Wie seht ihr das, bzw wie würdet ihr in diesem oder ähnlichen Fall handeln.
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RE: Kindererziehung in Thailand

#2 von Ai Tua Saeb , 12.05.2011 20:44

Oh, ganz schweres Thema.
Bei dem Füttern während der Filius TV guckt würde ich einschreiten, beim Tubenhonig könnte man evtl. ein Auge zudrücken, denn die Kleinen haben ja auch in Europa ihren (Dick)-Kopf.

Meine Frau und ich haben ja keine Kinder, aber eines Tages hörten wir, dass der Sohn einer Verwandten zum Studiumsanfang in CNX von Mami + Papi einen Honda City bekommen hat....mit dem düst er jetzt dort rum.
Als ich sagte, dass ich dies bei unserem eigenen Kind nicht würde, sagte meine Frau forsch: "Du kaufst ihm/ihr vielleicht kein Auto, aber ich werde es tun" - und das, obwohl meine Frau immer auf diese verzogenen Hi-So Kinder aus bkk schimpft.

 
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RE: Kindererziehung in Thailand

#3 von phumphat , 12.05.2011 22:37

Zitat von Ai Tua Saeb
sagte meine Frau forsch: "Du kaufst ihm/ihr vielleicht kein Auto, aber ich werde es tun" - und das, obwohl meine Frau immer auf diese verzogenen Hi-So Kinder aus bkk schimpft.


das ist es was ich meine,hier in Thailand gibt es einerseits die Schul-Uniformen, was ich sehr begrüße. Da kommt zumindest
was die Kleidung betrifft kein Prestige Denken auf, wegen der Designer-Klamotten. Andererseits bekommt dann so ein junger " Schnössl"
von den Eltern gleich ein Auto die dann zeigen wollen, wir können es uns leisten. Da will dann deine Frau natürlich nicht nach stehen.
Meine Tochter in A verdiente sich ihren Roller in den Ferien als Serviermädchen und den Rest gab dann der Papa dazu.
So können die Kinder zum sparen erzogen werden. Deswegen können Thais auch nicht sparen.
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RE: Kindererziehung in Thailand

#4 von scubath , 13.05.2011 22:20

Danke dir für diesen Thread !
Ja mit der Tube Honig beginnt es uns mit dem Auto hört es noch lange nicht auf.
Das verhätscheln und alles durch gehen lassen ist auch für mich ein Dorn im Auge.
Besonders die Begründung "er ist doch noch ein Kind lass ihn mal" denn wenn er großer ist wird es auch nicht anders.
Mein Sohn nun drei Jahre hat den Bogen schon genau raus wie wo und bei wem er was durchsetzen kann
Und die Mama ist da ganz weit vorne und tanzt nach seiner Pfeife.
Ich wünsche mir oft das in unserer Umgebung ein vernünftiger Kindergarten wäre damit der kleine mal aus der verwöhn Stimmung der Mama rauskommt.
Denn diskutieren mit ihr bringt da nicht viel Verständnis im gegenteil es wird mir übel genommen.

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RE: Kindererziehung in Thailand

#5 von phumphat , 14.05.2011 13:49

Zitat von scubath
Denn diskutieren mit ihr bringt da nicht viel Verständnis im gegenteil es wird mir übel genommen.


So ist es leider. Die Thai Frauen sind von ihren Müttern so erzogen worden und so geben sie es weiter.
gestern zBsp. wir waren im Carrefour zum einkaufen.Papa suchte die Sachen zusammen, die er vorher schon überlegt auf einem
Zettel notiert hat.
Der Sohnemann düste durch die Regalreihen und die Mutter hinterher. Dort wo er fündig geworden ist, blieb er stehen und zeigte mit dem Finger auf das Gewünschte. Die Frau ohne Wiederspruch, nimmt es aus dem Regal und hinein in den Einkaufswagen.
Mein Wiederspruch, er hat doch noch genug Schleckereien zu Hause, wurde mit den Worten abgetan: "only 30 Baht".
Sie begreift nicht, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte. "Die sind so"
Den Thread müsste man eigentlich unbenennen in " Kindesmuttererziehung in Thailand"
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RE: Kindererziehung in Thailand

#6 von MooHo ( Gast ) , 15.05.2011 11:15

Das beschriebene Problem, erscheint mir mehr ein Mutter-Sohn Problem zu sein.

Bei Töchtern ist die Bereitschaft diesen alles durchgehen zu lassen, deutlich geringer.

MooHo

RE: Kindererziehung in Thailand

#7 von phumphat , 15.05.2011 11:28

Zitat von MooHo
Das beschriebene Problem, erscheint mir mehr ein Mutter-Sohn Problem zu sein.

Bei Töchtern ist die Bereitschaft diesen alles durchgehen zu lassen, deutlich geringer.



sehe ich auch so, deshalb auch meine Bemerkung "Kindesmuttererziehung"
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RE: Kindererziehung in Thailand

#8 von Somprit , 15.05.2011 11:58

... nun dann wird es ja langsam Zeit, dass ich mal meine autoritäre Erziehungsgedanken einbringe .... morgen

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RE: Kindererziehung in Thailand

#9 von phumphat , 15.05.2011 12:19

Zitat von Somprit
... nun dann wird es ja langsam Zeit, dass ich mal meine autoritäre Erziehungsgedanken einbringe .... morgen


bin schon mal sehr neugierig
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RE: Kindererziehung in Thailand

#10 von Binturong , 15.05.2011 12:21

Hah!
Ob die auf diese Dauer wirken zweifele ich an!!!
So gut kannst du gar nie aufpassen.

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RE: Kindererziehung in Thailand

#11 von Somprit , 15.05.2011 13:08

....Binturong, abwarten, denn solange ich einen Stock in der Hand halten kann, sie die Beine zum sattwerden unter meinen Tisch stellen, führe ich ein hartes Kommando ...habe mit dem einhergehenden Alterungsprozess das eingesehen/gelernt, was ich als 17-18-jähriger nicht einsehen wollte

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RE: Kindererziehung in Thailand

#12 von phumphat , 15.05.2011 19:24

Zitat von MooHo
Bei Töchtern ist die Bereitschaft diesen alles durchgehen zu lassen, deutlich geringer.


Jetzt ist mir vieles klarer warum die Thai Männer solche " Machos" sind. Die thailändische Erziehungsmethode ist Schuld daran.
Doch heute ist mir schon mal ein entscheidender Durchbruch gelungen.
Mein Sohnemann wieder mal wie üblich, schaut in die Glotze und die Mutter füttert ihn.
Ich schüttelte nur den Kopf und beide sahen mich dabei erstaunt an.
Ich fragte meinen Sohn, bist du denn noch ein Baby, denn nur Babys werden gefüttert. Junge Männer können nähmlich
schon bei Tisch sitzen und alleine essen.
Anscheinend habe ich da seinen wunden Punkt getroffen. Nahm der Mutter den Teller aus der Hand und setzte sich zu Tisch
und da aß er dann ganz alleine.
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RE: Kindererziehung in Thailand

#13 von Allgeier , 15.05.2011 20:47

Zitat von phumphat
Jetzt ist mir vieles klarer warum die Thai Männer solche " Machos" sind. Die thailändische Erziehungsmethode ist Schuld daran.



Ich denke hier ist was wahres dran.

Weil man denen nie ihre Grenzen aufgezeigt hat. Nur diese Grenzen muss man denen frueh beibringen. Wie geht denn das Sprichwort:

"Was Haenschen nicht lernt, das lernt der Hans auch nicht mehr".

Ich muss dabei immer die juengeren versoffenen, Duenner schnueffelnden Brueder meiner Ex Alten denken. Haette man denen in juengeren Jahren ihre Grenzen gezeigt, waere wohl einer noch am Leben. Aber so, sie konnten machen was sie wollten und wussten immer sie koennen zureuck an den Rockzipfel der Mutter.

Was ich glaube sind feste Regeln wichtig. Wichtig fuer das Kind und die Eltern. Nur sollten dann eben beide Elternteile auf der gleichen Seite ziehen.
Manchmal sieht man die Mutter oder die Oma mit dem Loeffel in der Hand einem Kind hinterherspringen.
Da sag ich zu meiner Frau: "Alles hat seine Zeit, essen oder spielen". Aber nicht beides gleichzeitig. Und da gibt es keine Diskussion. So etwas darf man gar nicht anfangen.

Der Josef mit 18 Monaten isst alleine. Gut, Suppe oder Milch weniger aber Nudeln und feste Brocken kann er ohne Probleme essen. Hald Dinge wo er einfach in die Hand nehmen kann. Und weil er uns ja immer zuschaut wie wir mit dem Loeffel essen wird er irgendwann dann auch auf den Loeffel kommen.
Gerade gestern sagte ein Besuch zu mir das Thaikinder mit drei Jahren noch nicht selber essen koennen. Da dacht ich mir nur: "Wenn ihr sie nicht selber essen laesst. Kein Wunder'.

Wichtig ist auch feste Zeiten. Wie z.B. 13 Uhr bei mir schlafen. Und das versuche ich auch immer einzuhalten. Die Kinder haben dann ihren Rhytmus und ich eben auch.

Der Sohn meiner Schwaegerinn mit drei Jahren isst nicht richtig. Dann muss ich mich aber fragen warum. Weil er immer noch das Milchpulver zu trinken bekommt. Da ist doch klar das er keinen Hunger auf Reis hat. Nur wenn man die Werbung immer sieht. Da sieht man oft das durch das Milchpulver Genie's entstehen.

Mit Ruecksprache mit meiner Verwandtschaft in Deutschland meinten die alle das bei denen die Milch mit einem Jahr abgesetzt war. Mutter- oder Pulvermilch und es nur noch "richtiges essen" gab.

 
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RE: Kindererziehung in Thailand

#14 von phumphat , 15.05.2011 21:01

Zitat von Allgeier
Nur wenn man die Werbung immer sieht.


Werbung ist eben verführerisch. In Europa weiß man, das die Werbung in der Regel übertreibt.
In Thailand hingegen glaubt man immer noch, da ist was wahres dran ist.
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RE: Kindererziehung in Thailand

#15 von Binturong , 16.05.2011 21:38

Somprit

Zitat
…was ich als 17-18-jähriger nicht einsehen wollte



Dein einzigstes Glück dabei ist nur, dass es sich bei deiner großen Kleinen um ein “Brave“ handelt.
Ich könnte fast wetten, ein solches Verbot in deiner Jugend, hat es das nicht auch gegeben, wärest du aus Trotz schon umgangen.
Ich auf alle Fälle. War ja zu der Zeit „selber groß“.

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Hundeleben (schicksale) in thailand.....

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