Krankenhausvergleich Th-De

#1 von MooHo ( Gast ) , 14.06.2011 16:58

Aus eigener Erfahrung (wurde gerade heute morgen aus einem entlassen, um morgen in ein anderes zu gehen) kann ich berichten, daß der hohe Standard der deutschen Krankenhausversorgung nicht mehr so gegeben ist.

Die Ausstattung mag etwas neuer als die in Thailand sein, der medizinische Standard ist aber durchaus vergleichbar. Wo sich aber deutliche Unterschiede zeigen ist in der Patientenversorgung. Mit sehr wenig Personal werden die Patienten in Deutschland mehr oder weniger notdürftig versorgt. Nichts gegen das Personal, das ist sehr engagiert umd kompetent, aber einfach zuwenig um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.
Z.B. Nacht wache, 1 Krankenschwester für 3 Stationen. Antwortzeiten auf einen Ruf aus dem Zimmer von über 1 Stunde sind die Regel. Aber auch tagsüber sieht es nicht viel besser aus, da kann es auch schon bis zu einer Stunde dauern.

Als meine Tochter im wegen der Schweinegrippe in Th im Krankenhaus war, war die Reaktionzeit max. 10 Minuten, in der Regel deutlich schneller. Die Nachtwache für eine Station bestand aus 3 Krankenschwestren, obwohl es in Thailand ja üblich ist, daß die Angehörigen sich um die Patienten kümmern.

Während im Dienstbereich das Personal abgebaut wird, wird jedoch die Verwaltung vergrößert, zum Leidwesen der dienstbaren Geister: je größer die Verwaltung wird, desto mehr Verwaltungsaufwand wird in den Pflegebereich verschoben und die ohne knappe Betreuungszeit noch knapper.

MooHo

RE: Krankenhausvergleich Th-De

#2 von siamfan ( gelöscht ) , 14.06.2011 19:52

Es ist nicht einfach, die verschiedenen Pflegeklassen zwischen den beiden Laendern zu vergleichen.

Der Durchschnitts-Thai liegt auf Hong-Ruam, 20-30 Betten in einem Raum, Angehoerige schlafen auf dem Boden.

Nur wer Geld oder eine private Versicherung hat, liegt im Einzelzimmer mit Bad, TV, aircon und Liege fuer Angehoerige. Das ist mit einer Zuzahlung von 800TB/Tag aufwaerts gleichzusetzen.

Unabhaegig davon haben Thai-Krankenhaeuser aehnliche finanzielle Probleme, die in D bereits zu Personalabbau gefuehrt haben.
Hierzu zwei Artikel aus diesem Jahr:
http://www.nationmultimedia.com/...145634.html
http://www.nationmultimedia.com/...145901.html

siamfan

RE: Krankenhausvergleich Th-De

#3 von Allgeier , 14.06.2011 20:46

Unsere kleine Tochter (2 Jahre) war vor einigen Monaten im Krankenhaus. Hat 350 Bath Zuschlag im Einzelzimmer gekostet. War aber ein Districtkrankenhaus.
Bei der Geburt vom kleinen Schreihals vor 1,5 Jahren. 400 Bath Einzelzimmerzuschlag. Provinzkrankenhaus. Wurde aber ueber die thail. Sozialversicherung abgerechnet. Sprich, ich musste vorauszahlen und wir kamen dann spaeter einen fixen Betrag zurueck wo mehr als die Krankenhauskosten war.
Ich selber war vor ein paar Monaten in einem Privatkrankenhaus in Roi Et. Die Nacht hat um die 5000 Bath gekostet. Das Krankenhaus hat aber direkt mit der AIA abgerechnet. Und ich bekam auch noch 1000 Bath Krankenhaustagegeld.

Im grossen und ganzen kann ich nicht's schlechtes ueber die Krankenhaeuser sagen. Gut, es ist schon "traurig" anzuschauen wenn 50 Leute in einem Saal liegen oder auf dem Gang.
Nur auf der anderen Seite kostet die Behandlung ja nix.
Was ist dann besser? Teure Krankenhausversicherung oder im Saal liegen.

 
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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#4 von Binturong , 14.06.2011 21:27

Zitat
...vom kleinen Schreihals...



Das hatte sich auch schon anders angehört.(?)

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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#5 von siamfan ( gelöscht ) , 14.06.2011 23:01

Zitat von Allgeier
...Nur auf der anderen Seite kostet die Behandlung ja nix.
...



Die Wanderarbeiter (Burmesen, Laoten, ...) zahlen bei Erteilung der jaehrlichen Arbeitserlaubnis einen Betrag von rd. 2.000 TB/Person, damit sie an dieser freien Versorgung teilhaben koennen, unabhaengig, ob sie krank werden oder nicht!
Der Betrag entspricht genau dem, was die Regierung pro Kopf Thailaender dem Krankenhaus zur Verfuegung stellt.

Illegale muessen die Notbehandlung aus eigener Tasche zahlen.

Wie es bei Staatenlosen gehandhabt wird, ist mir nicht bekannt.

Gilt natuerlich alles nur fuer staatliche Krankenhaeuser. Also nicht in den Vielen "Kliniken" oder privaten Krankenhaeusern.

siamfan

RE: Krankenhausvergleich Th-De

#6 von MooHo ( Gast ) , 15.06.2011 23:37

Wie es sich bei einem richtigen Vergleich gehörte, habe ich Vergleichbares verglichen.
Da in De eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht, konnte ich bei dem Vergleich auch nur in Th Kkh mit Versicherung vergleichen und habe da natürlich nicht die "Gold-Card"-Behandlung (frühere 30 Baht Versicherung) eingeschloßen.

MooHo

RE: Krankenhausvergleich Th-De

#7 von siamfan ( gelöscht ) , 16.06.2011 02:59

Zitat von MooHo
Wie es sich bei einem richtigen Vergleich gehörte, habe ich Vergleichbares verglichen.
Da in De eine gesetzliche Versicherungspflicht besteht, konnte ich bei dem Vergleich auch nur in Th Kkh mit Versicherung vergleichen und habe da natürlich nicht die "Gold-Card"-Behandlung (frühere 30 Baht Versicherung) eingeschloßen.


Der Mindestlohn in TH liegt irgendwo bei 4.500 TB.

Die Regierung stellt pro Kopf 2.000 TB zur Verfuegung, fuer Kinder, Erwachsene, Alte, egal ob sie krank werden oder nicht. Das ist halt auch nur fuer die staatlichen Krankenhaeuser, also nichts mit Zahnarzt, Brillen, ....
Die (abgeschaffte) Zuzahlung von 30 Bath hat eigentlich nicht viel gebracht.

Ich glaube das kann(sollte) man schon mit dem "Level" der gesetzlichen Krankenkasse (in D) vergleichen.

Somit sollte man den "Einbettzimmer"-Bereich in TH auch mit der Einbettzimmer-Klasse in D vergleichen. Und da ist dann auch ein anderer Service.

Der herausragende Standard in privaten Krankenhaeusern (Zimmerpreis 2.000 TB und mehr) ist schon gar nicht mit der 2.Klasse in D vergleichbar.

siamfan

RE: Krankenhausvergleich Th-De

#8 von Somprit , 13.08.2011 11:15

Zitat von siamfan
...Der Durchschnitts-Thai liegt auf Hong-Ruam, 20-30 Betten in einem Raum, Angehoerige schlafen auf dem Boden.
Nur wer Geld oder eine private Versicherung hat, liegt im Einzelzimmer mit Bad, TV, aircon und Liege fuer Angehoerige. Das ist mit einer Zuzahlung von 800TB/Tag aufwaerts gleichzusetzen....



Zitat von Allgeier
... Ich selber war vor ein paar Monaten in einem Privatkrankenhaus in Roi Et. Die Nacht hat um die 5000 Bath gekostet....


...die Nacht 5.000 Baht ...

... nun dann, auf geht’s, beginnen wir mit dem täglichen Blick aus dem Fenster des 10. Stockes, welcher mich fast eine Woche begleitete



diesen Ausblick gewährte mir ein Zimmer im RAM-Hospital, - http://www.health-tourism.com/medical-ce...i-ram-hospital/ - welches sich Zimmer-mäßig so darstellte/präsentierte





Der Tagespreis betrug 1.500,-- Baht zusätzl. 600,--Baht für den Krankenschwester-/Pflegeservice
Allerdings wurden vom Zimmerpreis und den verabreichten Medikamenten bei der
Endabrechnung 10 % Rabatt für Rentner – da über 60 Jahre alt – in Abzug gebracht!

Und so lag ich armer, durch einen deutlichen Warnschuss vor den Bug gesetzt bekommen



darnieder, allerdings stets 24-Stunden „betreut“ von einem meiner „3 Mädels“!

Der Onkel Doktor hatte mir strengste Ruhe verordnet!
Das selbst im Zimmer vorhandene WiFi auf dem Notebook untersagte er mir.
Ruhe und nochmals Ruhe war zwischen Ruhe & Belastung EKG`s und Blutuntersuchungen angesagt.

Doch wenn ich auf eine völlig klare Diagnose ob meiner „Herzprobleme“ gehofft hatte, blieb diese trotz akribischer Suche aus...
so wollte ich zumindest meinen erzwungenen stationären Aufenthalt sinnvoll nutzen, bestand auf der längst fälligen OP eines meiner Augen wegen Katarakt-Befundes.
Nachdem ich eine entsprechende Erklärung meiner eigenen Verantwortung für die OP unterschrieben hatte, stand der OP unter Vollnarkose nichts mehr im Wege!
Doch die Nacht vor diesem kleinen Eingriff, welcher mir meine Sehkraft verstärkt zurückgeben sollte, nächtigten meine „3 Mädels“ neben mir, ohne dass ein Aufpreis erforderlich geworden wäre.
Ein zusätzliches Bett wäre mit 300 Baht veranschlagt worden... was meine Mädels nicht für erforderlich ansahen...



Ein Zustand, welcher in unseren Krankenhäusern in der alten Heimat undenkbar wäre...

Das spätere Erwachen war für mich, nunmehr auf einem Auge klar sehend, sehr überraschend.
Die Welt erschien mir nicht mehr in einem getrübten Licht gedämpfter Farben sondern strahlte mich regelrecht in leuchtenden Farben an... ich muss sagen, ein völlig neues Seh-Erlebnis

Somit habe ich mich nun entschlossen, in ca. 4 Wochen auch das andere Auge unter örtl. Narkose operieren zu lassen.
Für die reine Augen-OP wurden mir 36.000,-- Baht in Rechnung gestellt.

Trotz allem betrugen die Kosten für den 4 –tägigen Aufenthalt (3 Nächte) runde 86.000 Baht, wobei der Hauptkosten-Faktor unter die ungeklärte Herzprobleme fiel.

... na ja, ich habe diese Herzangelegenheit als Warnschuss empfunden, werde vorsorglich endlich mal weit, weit vorausblickend meine testamentarischen Aufgaben erledigen und zugleich alle Vorbereitungen treffen, dass meine „3 Mädels“ & sonstige Hinterbliebene in hoffentlich vielen, vielen Jahren sich nicht um meine wenigen Hinterlassenschaften streiten müssen...
auch werde ich die erforderlichen Papiere für eine Witwenversorgung vorbereiten, so dass später nur das Datum eingesetzt werden muss... denn sicher ist sicher, wenn auch erst in 20 Jahren...


PS: Patienten-Internet-Zugang ist im Zimmer mittels WiFi möglich, jedoch steht auch vor dem Zimmertrakt – welcher nur mittels Einlass-Kontrolle betreten werden kann - ein für Patienten zugänglicher PC

Die Verpflegung besteht für Farang auswählbar aus einer bebilderten Menü-Karte, alle Gerichte kosten 150,-- Baht, während die typischen Thai-Speisen ohne Preisangabe aufgelistet sind, jedoch deutlich unter den aufgerufenen 150.-Baht-Farang-Preisen liegen...

Es wurde mir mal wieder deutlich & bestätigt, wie schnell man(n) hier völlig überraschend stationär im Krankenhaus landen kann und dann in arge Zwänge kommt, wenn man(n) nicht ausreichend finanziell abgesichert ist ...

Knappe 100.000 Baht bei derartigen „Belanglosigkeiten“, wie sie mir jetzt widerfuhren, zeigen deutlich auf, was im Falle eines wirklich ernsthaften Gebrechens an finanziellem Rückhalt erforderlich sein wird... denn niemand sollte in solch einem Falle auf die Hilfe der Botschaft des DHV bauen... es wäre auf Sand gebaut....

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#9 von Binturong , 13.08.2011 16:11

Danke für die Info´s.
Speziell das zweite Bild: Es ist auch ein Raucherbalkon vorhanden!!!

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#10 von Somprit , 13.08.2011 21:18

.... der Balkon steht Dir allerdings nur dann offen, wenn Du eine Erklärung unterschreibst, dass Du alleine für alles haftbar bist, was ggf. runterfällt ... somit auch ein durchaus denkbarer Freisprung in das Nirwana, Hölle oder was auch immer ...

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#11 von Binturong , 14.08.2011 09:17

An alles hätte ich gedacht, aber nicht an dieses.
Sollte dies nicht schon von vorne weg klar sein?

S´ gibt schon sehr viele Bekloppte hier in Th.

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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#12 von Allgeier , 14.08.2011 19:43

Zitat von Allgeier
Ich selber war vor ein paar Monaten in einem Privatkrankenhaus in Roi Et. Die Nacht hat um die 5000 Bath gekostet.



Die ganze Behandlung hat 5000 Bath gekostet. Die Nacht war um die 2500 Bath veranschlagt.

Frage an den somprit:
-Du bekommst doch die Kosten durch deine Beamtenkrankenverischerung zurueckerstattet oder nicht?
-Warum hat du nicht schon frueher bei der AIA z.B. eine Krankenversicherung abgeschlossen?
Dann bekommst du noch Tagegeld bezahlt.

 
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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#13 von Somprit , 15.08.2011 10:39

... nun – Allgeier – wir bekommen bei stationärem Krankenhausaufenthalt 80 % der Kosten und bei ambulanter Behandlung 75 % der Kosten durch das Land ersetzt.
Zudem kann ich wählen, ob ich also meine „3 Mädels“ dem kostenfreien Gesundheitssystem zuführe oder wie gesagt auf die Beihilfe-VO des Landes Hessen ausweiche.
Ein Absicherung der offenen Prozente besteht bei einer KV in D., welche jedoch in keinem Verhältnis der im letzten Jahrzehnt zu erbringenden Aufwendungen stand.... und ich nahe dran bin, diese aufzulösen...
In den letzten 2 Jahrzehnten hatten wir im Schnitt jährliche Krankheitskosten von max. 500 EUR.... und was eine Absicherung von gleich 4 Personen an Prämien kostet, lag um Universum-Weiten entfernt zu den tatsächlichen Aufwendungen ...

Mit der AIA hatte ich einst eine sehr schlechte Erfahrung gemacht, da man(n) mich bei der Vertragslaufzeit arglistig getäuscht hatte, ich verärgert den Vertrag gelöst hatte...
Abgesehen von „normalen“ Krankheitsfällen habe ich eine Unfall-Vers. in D., welche ebenfalls Krankenhaus- & Genesungs-Tagegeld auszahlt!
Und was hier eine Absicherung ambulanter Kosten bedeutet, nun ja, dafür würde ich hier keine „teuren“ Prämien an eine AIA bezahlen...

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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#14 von Binturong , 15.08.2011 10:53

Somprit
... und ich nahe dran (x bin x) war, diese aufzulösen...

Ich hoffe mein ersetztes Wort ist besser?

Das System hinter einer Versicherung ist doch, dass man nicht das eingezahlte Geld auch wieder heraus bekommen muss.

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RE: Krankenhausvergleich Th-De

#15 von Somprit , 15.08.2011 11:34

... ne, ne, BIN dran ... denn ich gönne den Versicherungen weder üppige Vorstandsgehälter, noch Glaspaläste und besonders ihren Agenten - habe so einen hier in der unmittelbaren Nachbarschaft - nicht das schwimmen auf einer ungerechtfertigten Fettschicht ... Gelder, welche den Versicherten quasi entzogen werden...

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