RE: Bildung in Thailand

#31 von Waitong ( gelöscht ) , 17.03.2011 18:11

Vielleicht sind die Lehrer in Bangkok besser ausgebildet ?

Eigentlich koennte ich mir diese rethorische Frage schenken .

Waitong

RE: Bildung in Thailand

#32 von Binturong , 17.03.2011 21:06

Nee die Frage ist gut.
Hat man wenigstens darüber heute was zum lächeln.

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RE: Bildung in Thailand

#33 von phumphat , 17.03.2011 21:50

Zitat von Waitong
Vielleicht sind die Lehrer in Bangkok besser ausgebildet ?


Zitat von Binturong
Hat man wenigstens darüber heute was zum lächeln.



es soll doch thailändische Lehrer geben die englisch unterrichten und selbst nicht englisch sprechen, oder so ähnlich, hab ich mal gehört.
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RE: Bildung in Thailand

#34 von Choti , 18.03.2011 09:57

Ja, phumphat, die englische Sprache ist fϋr die Englisch-Lehrer ein Problem. An unserer hiesigen secondary and highschool gibt/gab es 9 Englisch-Lehrer. Mit dreien kann/konnte ich mich in Englisch unterhalten. Dieser Stand hat sich von 1996 bis heute gehalten. Wenn ich dann in unserem Amphur die Grundschulen betrachte, packt mich das Grauen. Nur eine Grundschule erteilt einen akzeptablen Englisch-Unterricht. Die restlichen Grundschulen haben häufig nicht einmal einen Englisch-Lehrer. In meinem Dorf sagte die „Englisch-Lehrerin“: „Choti, ich muss Englisch unterrichten und kann nur das Alphabet. Wenn wir nachher mit dem englischen Seminar beginnen, werde ich mich hinter dich verstecken. Aksorwadee (= meine Ehefrau), muss fϋr die Kinder ins Thai ϋbersetzen.“ So zogen meine Frau und ich dann die „show“ ab. Es hat aber trotzdem Spass gemacht. Obwohl ich gar nicht singen kann, haben wir sogar ein englisches Lied eingeϋbt. Die Kinder sind aufgeschlossen und blicken „zu uns mit Ehrfurcht“ auf. Die Leidtragenden in dem laendlichen Bildungssystem sind letztendlich jedoch diese Kinder.

Hierzu weiter ϋber unsere Dorfschule. Unsere ältere Tochter nahmen wir 1995 von dieser Schule und schulten sie in Phrae in eine Privatschule ein. Der Grund: Die Klassenlehrerin unterrichtete etwa bis 11 Uhr. Dann musste sie fϋr die Schϋler Mittagessen kochen. Von 12 Uhr bis 13 Uhr ist Mittag. Danach werden den Schϋlern Aufgaben gestellt, die Lehrerin wäscht in der Zwischenzeit das Geschirr und räumt die Kϋche auf, Dauer etwa 45 Minuten. Als meine Frau um 14 Uhr zufällig in den Klassenraum schaute, hielt die Lehrerin mit dem Kopf auf dem Tisch liegend einen Mittagschlaf. Unserer Entschluss: Nichts wie weg mit der Tochter von dieser Schule.

Ich werde noch mehr ϋber die Realität der Schulen auf dem Lande berichten. Warum schreibe ich darϋber? Ich möchte meine Erfahrungen an Expats weitergeben, die hier unbedarft gelandet sind, und ihnen einen kleinen Einblick geben, was ihre Kinder erwarten kann.

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RE: Bildung in Thailand

#35 von Binturong , 18.03.2011 10:45

Zitat
es soll doch thailändische Lehrer geben die englisch unterrichten und selbst nicht englisch sprechen, oder so ähnlich, hab ich mal gehört.
phumphat



Das "soll" ist dabei der Lacher.
Für uns ohne Kinder hier wenigstens!

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RE: Bildung in Thailand

#36 von phumphat , 18.03.2011 12:09

Zitat von Binturong
Das "soll" ist dabei der Lacher.
Für uns ohne Kinder hier wenigstens!


also kann ich das "soll" durch "es gibt" ersetzen. traurig aber wahr.
da bin ich aber froh, das mein Sohn, eine Phillipinin als englisch Lehrerin hat und Gott sei Dank,
die kann englisch.
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RE: Bildung in Thailand

#37 von Binturong , 18.03.2011 18:59

Wenn er nicht auf einer privaten Schule ist, dann hat er großes Glück.

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RE: Bildung in Thailand

#38 von phumphat , 19.03.2011 13:26

Zitat von Binturong
Wenn er nicht auf einer privaten Schule ist, dann hat er großes Glück.



du meinst wahrscheinlich: Wenn er auf einer privaten Schule ist, da hat er großes Glück. Er ist in einer Privat-Schule.

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RE: Bildung in Thailand

#39 von Somprit , 14.04.2011 22:26

... es viel mir schwer dies voll inhaltlich zu glauben:

Zitat
„Seit 2 Monaten lebe ich nun als AFS-Austauschschülerin in Thailand, ... obwohl vieles immer noch total ungewohnt ist. Es ist einfach alles anders, in jeder Hinsicht, aber ich genieße es....

Die Menschen sind sehr offen und teilen alles. Man ist eine Einheit, eine große Familie. So sieht man fast überall etliche Flaggen von Thailand oder Bilder von dem über alles geliebten König. Was die Schule angeht, so ist sie hier viel mehr im Zentrum des Lebens der Schüler...

Allerdings wird die Schule auch jeden Morgen und jeden Nachmittag von den Schülern eifrig geputzt, weshalb es überall sauber ist....
Auch das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist ein ganz anderes. Wie überall in Thailand wird sehr darauf geachtet, die Harmonie zu wahren, so dass Lehrer nie sauer auf Schüler sind, und diese immer respektvoll mit den Lehrern umgehen.

Falls ein Schüler eine spezielle Frage hat, setzt er sich vor den Lehrer auf den Boden, um zu zeigen, dass er unter ihm steht.

Ansonsten besteht das Lernen hauptsächlich aus Frontalunterricht, das heisst, der Lehrer erzählt und schreibt an der Tafel, die Schüler schreiben ab, fragen nicht wieso und lernen auswendig....

Es sind aussergewöhnliche und definitiv einmalige Erfahrungen, die ich hier erleben darf, und dafür bin ich sehr dankbar. Ich lebe hier ein anderes Leben, und es ist sehr schwer dieses mit dem Leben in Deutschland zu vergleichen. Ich bin froh, hier sein zu können...


Quelle: Newsletter der Deutschen Botschaft, April 2011/ Ausschnitte aus dem Brief einer deutschen Austauschschülerin

Ist es für eine deutsche Austauschschülern wirklich so schwierig zu erkennen, auf welchem Bildungsniveau hier die Schüler ihre erlernte Selbstständigkeit ins Leben erleben... müssen

Vieles ist ja wirklich nichts Neues für mich, allerdings wusste ich bis zu diesem Brief der Schülerin und sofortiger Befragung unserer Großen nichts von diesem – in meinen Augen entwürdigend - demütigen niedersetzen vor dem Lehrer, um an diesen eine Frage zu richten
Doch wie mir unsere Große berichtete, ist dieses Verhalten durchaus an manchen Schulen Gang & Gäbe, selbst jüngere Lehrer/innen müssten diese Ehrerbietung älteren Kollegen entgegen bringen...
Doch in der Schule unserer beiden Töchter gibt es diese zutiefst ehrerbietende Körperhaltung nicht, auch müssen sie nicht als billige Putz-Mädchen arbeiten...

Jetzt würde mich mal interessieren, wie unseres Allgeiers Engel dies – insbesondere diese demütige (erniedrigende) Haltung gegenüber einem Lehrer - kommentieren würde/könnte...sollte....


Apropos:
Es handelt sich um eine Austauschschülerin des Vereins „ASF Interkulturelle Begegnungen“ der seit 1988 Austauschprogramme zwischen Thailand und Deutschland organisiert. Über 900 thailändische und mehr als 500 deutsche Teilnehmer hatten seitdem die Möglichkeit, das Alltagsleben und die Kultur des anderen Landes kennenzulernen.
Thailand z.B. kostet dabei

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RE: Bildung in Thailand

#40 von MooHo ( Gast ) , 14.04.2011 22:52

In Lampang habe ich schon das ein oder andere Mal Austauschschüler aus Deutschland getroffen. Die wenigen, mit denen ich mich unterhielt waren alle auf staatlichen Schulen und nur ein oder zwei auf Schulen in der Stadt. So könnte die Darstellung durchaus wahrscheinlich sein.

MooHo

RE: Bildung in Thailand

#41 von Allgeier , 16.04.2011 21:37

Zitat von Somprit
Jetzt würde mich mal interessieren, wie unseres Allgeiers Engel dies – insbesondere diese demütige (erniedrigende) Haltung gegenüber einem Lehrer - kommentieren würde/könnte...sollte....



Also, hab mal meine Frau gefragt ob es Schueler gibt die vor ihr auf die Knie gehen und sie sagte ja. Aber das wuerde von den Schuelern selber kommen um dem Lehrer einen Respekt zu zeugen. Dann gibt es eben die frechen wo das nicht machen und eben die guten Schueler wo das machen.
Aber ein muss ist es nach Aussage meiner Frau nicht.
Das habe ich auch selber noch nie gesehen, das jemand vor dem Lehrer auf die Knie geht.

Die Tage hat mir ein Bekannter diesen Link geschickt:

http://www.nationmultimedia.com/...152083.html

Da geht's drum auslaendische Lehrer fuer ueber 80000 Bath im Monat anzuheueren. Wenn ich das lese dann verliere ich den Glauben. Da will sich wohl wieder jemand in's Rampenlicht stellen und verkuenden was der Staat fuer grosse Ausgaben fuer die Schueler taetigt.

Meine Frau hat zum April jetzt an einer Schule angefangen zu arbeiten. Fuer 5000 Bath im Monat. Als ich sie fragte ob das nicht ein wenig wenig sei, dann sagte sie mir, "Das ist hald am anfang so, es wird hoffentlich schon noch mehr werden."

Meine Frau hat den BA in Englisch und ist jetzt gerade fertig geworden mit dem Master in der Schulverwaltung.
In der Schule wo sie jetzt angefangen hat ist sie dann fuer das Englischprogramm zustaendig. Es ist eine Privatschule mit um die 350 Schuelern und 18 Lehrern.
Ob sie Englisch kann? Ich denke ja.

Ende April faehrt sie auf Ubon, da ist fuer ein paar Tage ein Eignungstest fuer freie Lehrerstellen. Aber ich bezweifle immer das man eine Beamtenstelle bekommt ohne Schmiere zu zahlen.

In meinen Augen fehlt es den normalen Dorflehrer einfach an praktischen Uebungen um ihr Englisch zu praktizieren. Wenn schon 80000 Bath im Monat ausgegeben werden soll, dann mueste man die thailaendischen Lehrer trainieren um ihre Sprachfaehigkeiten zu verbessern. Dann waere das Geld gut angelegt.

Aber hier wird lieber eine Marmormauer um die Schule gebaut anstatt das Computer angeschafft werden. Oder Direktorenwechsel in der Schule, da wird sich lieber selber gefeiert.

Eine ehemalige Arbeitskollegin/Beamtin meiner Frau bekommt um die 30000 Bath im Monat. Auf meine Frage warum soviel, sagte man mir. Da gibt's einen Grundlohn und der steigt ganz einfach mit den Jahren. Und wenn man dann noch irgendwelche Abhandlungen schreibt, dann gibt's auch noch mehr Lohn. Fortbildungen, wie z.B. ein Master machen sich dann auch auf dem Lohnzettel bemerkbar.

Das die Kinder hier einen Gemuesegarten in der Schule pflegen oder Laub rechen, das ist wohl auf den Dorfschulen normal. Sollten sie soetwas auf einer privaten Schule machen muessen, dann muesste man sich schon fragen ob die Kinder dann am richtigen Platz sind.
Weil auch die privaten Schulen bekommen fuer jeden Schueler einen Zuschuss vom Staat. Ich hab's glaub schon mal irgendwo geschrieben. Um die 1200 Bath im Monat. Kein Wunder das die privaten Schulen wie Pilze aus dem Boden schiessen. Die Eltern zahlen ja auch noch.

Auf eine Frage, ob auch Schueler in Thailand einen Jahrgang wiederholen muessen. Sagte sie mir: Wohl weniger, der Lehrer verliert das Gesicht, weil er den Lehrstoff nicht rueberbringen kann.

Ich hab's doch selber in dem Volkshochschulentest gesehen. Da wird gemogelt was das Zeug haelt.

Meine Frau koennte mehr Geld verdienen, wenn sie fuer andere ihre Arbeiten schreiben wuerde. Dort sind dann Betraege im 5 stelligen Bereich moeglich. Nur das will ich nicht, weil wir dann genau das haben. Das Leute nur durch Betrug an eine Stelle gekommen sind, aber selber keine Ahnung von dieser Position haben.

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RE: Bildung in Thailand

#42 von Allgeier , 21.04.2011 19:25

Zitat von Allgeier
Ende April faehrt sie auf Ubon, da ist fuer ein paar Tage ein Eignungstest fuer freie Lehrerstellen.



500 Bewerber auf 2 Stellen, so schaut es aus. Die Stellen sind fuer Englischlehrer ausgeschrieben.

Vor ca. 2 Jahren war sie in Sakon Nakon, auch 500 Bewerber auf 5 Stellen.

 
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RE: Bildung in Thailand

#43 von Somprit , 21.04.2011 20:41

... nun ja, der/die am meisten Tea-Money springen lässt, wird diese Stellen bekommen...,
...und das ist sicher heute schon geregelt... ... trift aber wohl für alle Beamten-Stellen zu, wobei mir gerade einfällt, dass ich ja nochmals auf die Lehrer-Gehälter eingehen wollte.... später

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RE: Bildung in Thailand

#44 von Binturong , 21.04.2011 21:28

Dann herrscht doch kein Fachlehrermangel!!!

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RE: Bildung in Thailand

#45 von scubath , 22.04.2011 08:27

Zitat von Binturong
Dann herrscht doch kein Fachlehrermangel!!!



nun binturong, 500n bewerber bedeutet ja nicht gleich das 500 geeignete fachlehrer sich bewerben.
und am tea money liegt das problem, wer schmiert bekommt den job egal ob er geeignet ist oder nicht.

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